04. August 2020 / 19:36 Uhr

"ProFans"-Sprecher Sig Zelt kritisiert Vorgehen der DFL: "Richtlinien wirken unnötig einschränkend"

"ProFans"-Sprecher Sig Zelt kritisiert Vorgehen der DFL: "Richtlinien wirken unnötig einschränkend"

Jan Jüttner
ProFans-Sprecher Sig Zelt hat Kritik am Vorgehen der DFL geübt. 
ProFans-Sprecher Sig Zelt hat Kritik am Vorgehen der DFL geübt.  © imago/Montage
Anzeige

DFL und Klubs haben sich am Dienstag auf ein einheitliches Vorgehen für eine Fan-Rückkehr in die Stadien abgestimmt. "ProFans"-Sprecher Sig Zelt kann das Vorgehen des Verbands nicht nachvollziehen und sieht einen Wettbewerbsnachteil für manche Vereine. Zudem wirft er der DFL mangelndes Fan-Mitspracherecht vor. 

Anzeige

Das Bündnis "Pro Fans" hat den einheitlichen Beschluss von DFL und den 36 Profiklubs der Bundesliga und 2. Liga zur möglichen Teil-Rückkehr der Fans in die Stadien kritisiert. "Wir sehen es nicht ein, dass die DFL ein einheitliches Vorgehen beschließen musste. Wir sehen dazu keine Notwendigkeit, denn die Behörden entscheiden ohnehin, was stattfinden darf und was nicht", erklärte Sprecher Sig Zelt dem SPORTBUZZER. "Warum maßt sich nun der Fußball an, eigene Richtlinien aufstellen zu wollen?", klagte er.

Mehr vom SPORTBUZZER

Zelt: Mangelndes Vertrauen in die Fans "sehr traurig"

Zelt sieht durch den Beschluss vor allem kleinere Klubs im Nachteil. "Das einheitliche Vorgehen der DFL sichert keinen gleichen Wettbewerb. Die Standorte mit einem hohen Stehplatzanteil sind massiv benachteiligt. Die Richtlinien der DFL wirken zusätzlich und unnötig einschränkend. Das finden wir traurig" sagte er und ergänzte: "Noch trauriger finden wir, dass wieder einmal die Meinung der im Dialog stehenden Fanvertreter nicht berücksichtigt wurde". Zudem sieht er in dem Konzept der DFL versteckte Kritik und mangelndes Vertrauen in die Fans. "Den Fußballfans wird die Fähigkeit abgesprochen, sich diszipliniert zu verhalten. Das zeigen die Inhalte die sich auf Stehplätze, Alkoholverbot und auf die Reisetätigkeit beziehen. Das ist aus meiner Sicht sehr traurig", stellte Zelt klar.

Der Kopf der Deutschen Fußball Liga: Das ist DFL-Boss Christian Seifert

Er meisterte eine der größten Krisenzeiten der Bundesliga-Geschichte: Der <b>SPORT</b>BUZZER stellt DFL-Boss Christian Seifert vor. Zur Galerie
Er meisterte eine der größten Krisenzeiten der Bundesliga-Geschichte: Der SPORTBUZZER stellt DFL-Boss Christian Seifert vor. ©

Laut Zelt könne man in der Diskussion um eine Rückkehr zur Normalität vorerst leider nur das beschließen, "was vertretbar ist". "Die Corona-Fallzahlen nehmen trauriger Weise zu. Insofern ist Vorsicht das Gebot der Stunde". Trotzdem hält er die Rückkehr der Fans für möglich. "Wenn es die Behörden für richtig erachten, dann sollte man es auch machen. Wenn es gesundheitlich und gefahrlos möglich ist, sind wir nicht diejenigen, die sagen, dass es nicht stattfinden kann." Er hält es zudem für nicht ratsam, dass andere Fangruppierungen für die Gemeinheit der Fans sprechen. "Die Einstellung eines sehr großen Teils der Fans ist: Bevor wir nicht alle ins Stadion gehen können, gehen wir gar nicht rein. Es ist aber nicht opportun, diese Meinung anderen Fans aufzudrücken. Das wäre anmaßend."

DFL beschließt unter anderem ein Stehplatz-Verbot

Wesentliche Punkte des von der DFL und den Klubs am Dienstag verabschiedeten Papiers sind ein Stehplatz- und Alkoholverbot bis zum 31. Oktober und keine Gäste-Fans in den Stadien bis zum Jahresende. Damit soll das Infektionsrisiko in der Corona-Pandemie verringert werden. Verkauft werden sollen für die Spiele nur personalisierte Online-Tickets, mit denen die Nachverfolgung von Infektionsketten möglich sind.