19. März 2021 / 18:12 Uhr

Götze, Marin und Co.: Das sind die 5 jüngsten DFB-Debütanten unter Bundestrainer Joachim Löw

Götze, Marin und Co.: Das sind die 5 jüngsten DFB-Debütanten unter Bundestrainer Joachim Löw

Timon Zöfelt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mario Götze (l.) und Marko Marin gehören zu den jüngsten Debütanten unter Bundestrainer Joachim Löw.
Mario Götze (l.) und Marko Marin gehören zu den jüngsten Debütanten unter Bundestrainer Joachim Löw. © IMAGO/Avanti/Imagebroker/Jan Huebner/Eisenhuth (Montage)
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Mit der Nominierung von Jamal Musiala vom FC Bayern München und Florian Wirtz von Bayer Leverkusen öffnet Bundestrainer Joachim Löw wenige Monate vor seinem Amtsaustritt die Tür für die Zukunft. Es sind bei weitem nicht die ersten jungen Spieler, die unter der Löw-Ägide den Sprung ins A-Team schafften. Der SPORTBUZZER präsentiert die fünf Jüngsten.

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Joachim Löw hat mit seiner Rückzugsankündigung nach der EM-Endrunde im Sommer eine veränderte Ausgangslage für das Turnierjahr geschaffen. Es werden erste Fingerzeige erwartet, wie er gerade personell seinen Endspurt als Bundestrainer angehen will. Einen totalen Kurswechsel plant er dabei nicht. "Den Umbruch während der WM-Quali werde ich nicht unterbrechen", kündigte Löw bereits an. Dazu passt, dass er die beiden Teenager Jamal Musiala (18) vom FC Bayern München und den sogar erst 17-jährigen Florian Wirtz (Bayer Leverkusen) erstmals für das A-Team nominierte.

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Sollte das Duo bereits in einer der anstehenden Partien gegen Island (25. März), Rumänien (28. März) oder Nordmazedonien (31. März) zum Einsatz kommen, wären die beiden Nachwuchshoffnungen mit einem Schlag die jüngsten Spieler, die während der 15-jährigen Amtszeit des Bundestrainers ihre Premiere in der A-Nationalmannschaft feierten.

Nationalmannschaft: Alle Debütanten unter Joachim Löw

Alle Nationalmannschafts-Debütanten unter Bundestrainer Joachim Löw im Überblick - kickt Euch durch die Galerie. Zur Galerie
Alle Nationalmannschafts-Debütanten unter Bundestrainer Joachim Löw im Überblick - kickt Euch durch die Galerie. ©

Der SPORTBUZZER präsentiert die bisherigen fünf Rekordhalter unter Löw und zeigt, was aus ihnen wurde.

Top-5-Talente: Das wurde aus den jüngsten Debütanten unter Bundestrainer Löw

5. Kai Havertz (19 Jahre, 2 Monate, 29 Tage)

Mit dem heutigen Wissen war es ein Bild mit Symbolcharakter: Am 9. September 2018 wurde Kai Havertz im Länderspiel gegen Peru (2:1) in der 88. Minute eingewechselt und feierte mit 19 Jahren sein Nationalmannschaftsdebüt. Der Mittelfeldspieler kam für einen gewissen Timo Werner, mit dem er heute beim FC Chelsea gemeinsame Sache macht. Damals trug Werner noch das Trikot von RB Leipzig, während Havertz bei Bayer Leverkusen zum neuen Shootingstar avancierte.

Bereits mit elf Jahren (2010) heuerte der gebürtige Aachener bei der Werkself an. Dass sich die Leverkusener mit Havertz einen Roh-Diamanten geangelt hatten, sollte nicht lange im Verborgenen bleiben. Ab 2014 durchlief er diverse Jugendauswahlen des DFB. Zur Saison 2020/21 wechselte Havertz an die Stamford Bridge, wo er neben Werner und Antonio Rüdiger einer von drei Deutschen ist. Mit 80 Millionen Euro Ablöse gilt der 21-Jährige als der teuerste deutsche Spieler, Oliver Bierhoff bezeichnete seinen Wechsel zu Chelsea als "Auszeichnung und Anerkennung für den deutschen Fußball".

4. Marko Marin (19 Jahre, 2 Monate, 14 Tage)

Als "Zauberzwerg" betitelt kam Marko Marin mit vielen Vorschusslorbeeren aus seinen beeindruckenden Leistungen für seinen Klub Borussia Mönchengladbach zum Nationalteam, gehörte bereits zum erweiterten Kader für die EM 2008. Am 27. Mai 2008 schickte Löw den wendigen Dribbelkünstler gegen Weißrussland zum ersten Mal aufs Feld - brachte ihn für keinen geringeren als Bastian Schweinsteiger. Den Sprung zur EM-Endrunde verpasste der Youngster trotzdem. Ein weiteres Bild mit Symbolcharakter?

Denn die so vielversprechend begonnene DFB-Laufbahn der einstigen Nachwuchshoffnung nahm nie so richtig Fahrt auf. Am Ende reichte es zu 16 Spielen unter Löw, keines davon über die volle Distanz und zwei Kurzeinsätze bei der WM 2010. Auch sein nachhaltiges Glück auf Vereinsebene fand der inzwischen 32-Jährige nicht. Elf Stationen hat Marin während seiner Profi-Karriere inzwischen abgeklappert - die namhafteste war der FC Chelsea, bei dem ihm der Durchbruch bei sechs Premier-League-Einsätzen aber verwehrt blieb. Mittlerweile kickt er für Al-Ahli in Dubai, ist aktuell bis zum Saisonende an Al-Raed ausgeliehen.

3. Julian Draxler (18 Jahre, 8 Monate, 6 Tage)

Mit zarten 18 Jahren trug Julian Draxler erstmals auch für das A-Team den Adler auf der Brust. Löw brachte den Youngster am 26. Mai 2012 im Freundschaftsspiel gegen die Schweiz (3:5) eine gute halbe Stunde vor Schluss für Lukas Podolski. Draxler steuerte zwar noch eine Vorlage für Marco Reus zum zwischenzeitlichen 3:4 bei, die Pleite gegen die Eidgenossen konnte er aber nicht mehr verhindern. Es war der Beginn einer noch immer währenden Liaison zwischen Draxler und der Nationalelf. Unumstrittener Stammspieler wurde der Mittelfeldmann zwar nie, insgesamt kommt er aber auf 56 A-Länderspiele und feierte zudem - wenn auch nur mit 14 Einsatzminuten beteiligt - mit dem Weltmeistertitel 2014 den größtmöglichen Erfolg.

Einen zweiten Titel holte Draxler beim Confederations Cup 2017 durch ein Finalsieg gegen Chile (1:0). Ein Nachweis seiner Entwicklung: Der ein halbes Jahr zuvor zum europäischen Schwergewicht Paris Saint-Germain gewechselte Draxler (Kostenpunkt 28 Millionen Euro) führte eine junge Mannschaft als Kapitän durch das Turnier. Der 27-Jährige steht auch heute noch beim Pariser Starensemble unter Vertrag, obwohl ihm Löw im Sommer 2020 wegen mangelnder Einsatzzeiten einen Wechsel nahelegte. "Für Julian wäre es wichtig, auch in dem Alter, vielleicht einen Schritt zu machen, wo er regelmäßig spielt", sagte Löw. "Das würde ihm wahrscheinlich schon entscheidend helfen." Draxler blieb in Frankreich. Ob es dennoch für die EM 2021 reicht, wird sich zeigen.

2. Max Meyer (18 Jahre, 7 Monate, 25 Tage)

Die Nationalmannschafts-Karriere von Max Meyer begann ebenso vielversprechend, wie die seiner Vorgänger. Mit 18 Jahren debütierte der Offensivmann am 13. Mai 2014 unter Löw im Freundschaftsspiel gegen Polen. Die dürftige Bilanz im Anschluss: Lediglich drei weitere Auftritte im DFB-Dress, bei denen ihm immerhin ein Tor gelang, die aber zugleich auch Ausdruck einer gescheiterten Zusammenarbeit sind.

Nach einem Streit mit dem FC Schalke 04 hatte das Eigengewächs den Klub im Sommer 2018 in Richtung Crystal Palace verlassen. Kurios: Dort wurde er gleich bei seiner Vorstellung auf der Klub-Homepage auf dem Foto mit Bayern-Star Joshua Kimmich verwechselt. Sportlich lief es zunächst besser, in seinen ersten beiden Saisons kam Meyer auf 29 und 17 Premier-League-Partien. In seiner dritten Spielzeit wurde er schließlich in die U23 abgeschoben, Profi-Coach Roy Hodgson setzte nicht mehr auf ihn. Es folgte die Flucht zurück in die Bundesliga. Dort spielt er seit Januar 2021 für den 1. FC Köln. Ein Comeback in der Nationalelf liegt in weiter Ferne.

1. Mario Götze (18 Jahre, 5 Monate, 14 Tage)

Davon, dass sich Mario Götze eines Tages in die WM-Geschichtsbücher eintragen würde, hätte er bei seinem Debüt unter Löw noch nicht zu träumen gewagt. Am 17. November 2010 betrat Götze im Alter von 18 Jahren beim Freundschaftsspiel gegen Schweden (0:0) den Rasen, war damit der jüngste Debütant seit Uwe Seeler (17 Jahre, 167 Tage) im Jahr 1954. Es folgten 63 Spiele und 17 Tore unter Löw. Der absolute Höhepunkt: Bei der WM 2014 in Brasilien macht Götze Deutschland im Finale gegen Argentinien mit seinem Tor zum Weltmeister und erarbeitet sich den Status als WM-Held.

Beim BVB reifte er schon zuvor zum absoluten Leistungsträger und Spieler in Weltklasseformat, gewann mit seinem Förderer Jürgen Klopp unter anderem zweimal die deutsche Meisterschaft. Auf der Höhe seiner Schaffenskraft wechselte das Juwel zur Saison 2013/14 zum FC Bayern München - es folgte ein erheblicher Knick in der Entwicklung. Beim FCB schwankten seine Leistungen bedingt von mehreren Blessuren und einer hartnäckigen Stoffwechselkrankheit zunehmend. Vom Bankplatz in München wechselte er drei Jahre später zurück zum BVB. Die Rückkehr zur alten Liebe erwies sich jedoch nur in Ansätzen als fruchtbar, Götzes Vertrag wurde am Ende der Saison 2019/20 nicht verlängert, nachdem er hinter den Erwartungen zurückblieb.

Götze ging zur PSV Eindhoven und versuchte, abseits des Rampenlichts zu alter Form zu zu finden. Bislang mit durchaus beachtlichem Erfolg: In der Eredivisie überzeugte er prompt, war in 12 Liga-Partien an acht Toren direkt beteiligt. Die Rufe nach einem DFB-Comeback wurden lauter. "Im Moment ist Mario nicht im engeren Kreis", wiegelte Löw zuletzt gegenüber dem Kicker zwar ab, machte die Tür allerdings nicht völlig zu: "Wir haben ein Auge auf ihn." Leise Hoffnungen auf ein Götze-Märchen bei der EM bleiben also zurück.