21. Februar 2021 / 13:07 Uhr

Ex-Trainer David Wagner über Schalke-Krise: "Die Qualität ist nicht gut genug"

Ex-Trainer David Wagner über Schalke-Krise: "Die Qualität ist nicht gut genug"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
David Wagner trainierte Schalke von Juli 2019 bis September 2020. Nach einem verkorksten Saisonstart gab S04 die Trennung bekannt.
David Wagner trainierte Schalke von Juli 2019 bis September 2020. Nach einem verkorksten Saisonstart gab S04 die Trennung bekannt. © IMAGO/Montage
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Der frühere Schalke-Trainer David Wagner macht die Verletzungsmisere für die schwachen Leistungen der Knappen verantwortlich. Für den scheidenden Sportvorstand Jochen Schneider müsse "schnellstmöglich" ein Nachfolger gefunden werden.

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Ex-Trainer David Wagner will Schalke 04 im Kampf um den Klassenerhalt auch nach der Derbyniederlage gegen Borussia Dortmund (0:4) noch nicht endgültig abschreiben. "Die Hoffnung, die soll bleiben solange es geht", betonte der im September entlassene Coach im "Doppelpass" von Sport1. Allerdings sei aus seiner Sicht "die Qualität für den Klassenerhaltskampf (...) nicht gut genug". S04 hat im Tabellenkeller bereits neun Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

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"Die Erwartungshaltung, den BVB aus dem eigenen Stadion zu schießen, ist nicht realistisch", sagte Wagner über die herbe Pleite gegen Dortmund. Wagner macht vor allem die vielen Ausfälle für das desaströse Abschneiden auch unter seiner Zeit verantwortlich. "Eines ist Fakt: Seit mehr als einem Jahr wird der Verein mit einer Verletzungsproblematik konfrontriert, die ihresgleichen sucht", sagte Wagner. "Wenn du über ein Jahr nicht die Trainingsintensität hinbekommst, dann geht es nicht. Das ist nicht realistisch. Das wünschst du dir aber das funktioniert mit Wünschen nicht."

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Der Coach gestand selbst Fehler ein. "Ich hatte sicher nicht die beste Idee, im ersten Spiel nach der Corona-Pause Caligiuri, Serdar und Sané ins Derby zu schicken. Zwischen gesund, fit und matchfit gibt es Unterschiede", so der 49-Jährige. Im Winter-Transferfenster 2019/20 "hätten wir stärker agieren müssen". Im Anschluss begann der Negativlauf.

Wagner: "Schnellstmöglich" Schneider-Nachfolge klären

Dass auch Neuzugänge wie Klaas-Jan Huntelaar, Shkodran Mustafi und Sead Kolasinac immer wieder von Verletzungsproblemen zurückgeworfen wurden, wundert den früheren Huddersfield-Coach nicht. "Wenn du finanziell so begrenzt bist, dann gibt es nicht viele Optionen in der Transferpolitik", so Wagner. "Dann nimmst du auch Spieler, die wenig Spielpraxis hatten. Wenn die dann viel spielen müssen, passiert es, dass sie sich verletzen." Im Derby gegen den BVB hatte es kurz vor Anpfiff unter anderem Mustafi erwischt, der beim Aufwärmen passen musste. Der Weltmeister hatte zuletzt bei Ex-Klub Arsenal fast gar nicht mehr stattgefunden.

Damit S04 in der kommenden Saison abhängig von der Liga-Zugehörigkeit wieder konkurrenzfähiger ist, müsse laut Wagner, der von Juli 2019 bis September 2020 für S04 verantwortlich war und nach einem enttäuschenden Saisonstart gehen musste, nun "schnellstmöglich" ein Nachfolger für den scheidenden Sportvorstand Jochen Schneider finden: "Der muss aber auch wissen, welche Möglichkeiten er hat." Dass für die Kaderplanung indes generell wenig Geld vorhanden ist, sei laut Wagner "sehr nett formuliert".