19. Februar 2020 / 22:54 Uhr

Das war ganz stark! RB Leipzig sichert 1:0 bei Tottenham

Das war ganz stark! RB Leipzig sichert 1:0 bei Tottenham

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
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Bejubeln die 1:0-Führung: Christopher Nkunku, Timo Werner, Nordi Mukiele und Angelino. © Getty Images
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Mit einem über weite Strecken äußerst souveränen Auftritt hat sich RB Leipzig im ersten Champions-League-K.o.-Spiel der Vereinsgeschichte einen Sieg erkämpft. Dank eines verwandelten Elfmeters von Timo Werner feierten die Messestädter im ersten Achtelfinale bei Tottenham Hotspur einen 1:0-Erfolg.

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London. Das nennt man dann wohl ein! Ausrufezeichen! RB Leipzig gewinnt bei den Tottenham Hotspurs 1:0 (0:0) und darf intensiv vom Einzug ins Viertelfinale der Champions League träumen. Timo Werner trifft in der 58. Minute per Foulelfmeter zum 1:0, der überagende Konrad Laimer war umgemäht worden. Der Sieg - hochverdient und zu niedrig ausgefallen. Das Rückspiel wird am 10. März gespielt.

Über 60000 Fans, darunter 4000 Leipzig-Getreue, sind im Tottenham-Hotspur-Stadium dabei. Die Schüssel hat eine Milliarde Euro gekostet, wird gastronomisch und auch sonst nahezu Tag und Nacht bespielt. Es ist d i e RB-Frage vorm Match: Dreierkette mit Ethan Ampadu oder eine Viererkette ohne die 19-jährige Leihgabe des FC Chelsea? Julian Nagelsmann sagt yes! zu Ampadu, bringt den walisischen Innenverteidiger für den gesperrten Dayot Upamecano. Christopher Nkunku bekommt der Vorzug vor Emil Forsberg. Ansonsten alles wie gehabt.

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Das war ganz stark: RB Leipzig hat sich durch einen 1:0-Auswärtserfolg bei den Tottenham Hotspur eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel verschafft. Zur Galerie
Das war ganz stark: RB Leipzig hat sich durch einen 1:0-Auswärtserfolg bei den Tottenham Hotspur eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel verschafft. ©

Ja, das größte Spiel der Club-Historie. Ja, auch das mit der größten (inter)nationalen Einschaltquote. Bisheriges Karriere-Highlight für RB-Coach Julian Nagelsmann, der mit zarten 32 seine erste europäische K.o-Runde erlebt. Tottenham-Coach José Mourinho, 57, ist diesbezüglich abgehangen wie Südtiroler Schinken. Der Portugiese weiß nach 58 K.o-Abenden, wie es sich anfühlt, wenn die halbe Welt bei der Arbeit zuguckt.

Rein in den Tempel und Bauklötze staunen: Super-Auftakt der Roten Bullen, Super-Chancen, Erst rettet Davinson Sanchez gegen Timo Werner, dann trifft Angeliño Keeper und Pfosten, schließlich scheitert Werner am französischen Weltmeister-Torhüter Hugo Lloris.

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf bei den Hotspur in der Einzelkritik

Der SPORTBUZZER hat alle Spieler von RB Leipzig mit Noten bewertet. Hier der Überblick. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER hat alle Spieler von RB Leipzig mit Noten bewertet. Hier der Überblick. ©

Die Anhänger der Gastgeber streuen ein „When the saints go marching in“ ein. Hat nix mit Torschüssen, die beim Gegner einschlagen mögen zu tun, sondern handelt von der Hoffnung, dereinst vorm jüngsten Gericht gut dazustehen. Nur um im Bild zu bleiben: Im ersten Durchgang hält eine mindestens göttliche Instanz die Hände über den Londonern. Der Triple-Chance zum Leipziger 1:0 folgt ein Kopfball von Patrik Schicks, der 42 Zentimeter neben dem rechten Pfosten aufschlägt.

Die Spurs? Igeln sich ein, lassen RB Ball, Spiel, Taktstock, alles. Perfide Taktik des ausgefuchsten Mourinho? Dem Leipziger Druck und der von Nagelsmann erhofften „gesunden Kopflosigkeit“ geschuldet? Nach einer halben Stunde bläst der letztjährige Champions-League-Finalist erstmals zur Attacke und wird von Laimer gestoppt. Der Österreicher nimmt Steven Bergewijn kurz vorm Strafraum den Wind aus den Segeln. Dann wieder eine Großchance für RB. Werner ist nach Zuarbeiten von Schick und Laimer frei, nimmt die Pike und löffelt den Ball in Lloris Arme (36.). Halbzeit, 13:3-Torschüsse für RB, das 0:0 hat nix mit dem Spielverlauf zu tun. RB ist griffiger, besser. Tottenham hat viel weniger investiert und Körner gespart.

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Timo Werner (RB Leipzig): „Der Matchplan ist sehr gut aufgegangen. Wir wussten das Tottenham mit vielen langen Bällen agieren wird, die konnten wir hinten gut rausnehmen. Wir haben aber nicht mit so viel Ballbesitz gerechnet, daraus aber sehr viele Chancen kreiert.....So ein Elfmeter ist immer 50/50. Man muss mit seinen Nerven umgehen können. Wenn dann noch einer auf dem Boden liegt und man eine Minute warten muss, ist es noch schlimmer. Die Ecke habe ich mir im Kopf vorgestellt, wie ich sie reinhaue und dann alles reingelegt, als wäre es der letzte Schuss heute......Ich habe das erste Mal in England gespielt, so wie viele von uns heute. Ich hatte Gänsehaut beim Einlaufen.“ Zur Galerie
Timo Werner (RB Leipzig): „Der Matchplan ist sehr gut aufgegangen. Wir wussten das Tottenham mit vielen langen Bällen agieren wird, die konnten wir hinten gut rausnehmen. Wir haben aber nicht mit so viel Ballbesitz gerechnet, daraus aber sehr viele Chancen kreiert.....So ein Elfmeter ist immer 50/50. Man muss mit seinen Nerven umgehen können. Wenn dann noch einer auf dem Boden liegt und man eine Minute warten muss, ist es noch schlimmer. Die Ecke habe ich mir im Kopf vorgestellt, wie ich sie reinhaue und dann alles reingelegt, als wäre es der letzte Schuss heute......Ich habe das erste Mal in England gespielt, so wie viele von uns heute. Ich hatte Gänsehaut beim Einlaufen.“ ©

Wiederbeginn, ein paar Hirnis aus dem RB-Blick werfen Papierrollen aufs Feld und Peter Gulacsi taucht blizartig gegen einen Schuss von Lucas Moura ab (48.). Dann hebt Werner den Ball in den Lauf von Laimer. Der wird von Ben Davies ohne Schaum rasiert. Elfer, ein unstrittiger. Werner netzt ein. 1:0, verdient hoch drei (58.). Vier Minuten später muss es 2:0 stehen. Angeliño genial auf Werner, der lässt den Ball durch die Hosenträger auf Schick gleiten. Der Tscheche ist frei wie der Wind - und macht ihn nicht rein. Lloris ist da. Tottenham wacht auf, Giovani Lo Celso zwingt Gulacsi via Freistoß zu einer Glanzparade (73.). Nagelsmann bringt den defensiven Amadou Haidara für Nkunku, Yussuf Poulsen für Schick und Emil Forsberg für Laimer. Die Spurs kommen, drücken. Dann ist es vorbei, reißen Julian Nagelsmänner die Arme noch. Sieg in London. Kann man so machen.

Nach dem Abpfiff muss alles ganz schnell gehen. Der Flieger auf dem Airport Stendsted wartet, um 1 Uhr sind die Helden in der Luft, düsen Richtung Leipzig. Am Freitag wird wieder geflogen. Diesmal geht‘s in den Fußball-Pott, am Sonnabend, 18.30 Uhr, wird die Partie beim FC Schalke 04 angepfiffen. Die Schalker hatten das Spiel in Leipzig 3:1 gewonnen.