05. Dezember 2019 / 15:56 Uhr

Daniel Eidtner wandelt auf den Spuren seines Vaters

Daniel Eidtner wandelt auf den Spuren seines Vaters

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Daniel Eidtner (l.) steht seit dieser Saison bei Hannover 96 II unter Vertrag. Seinem Vater Maik gelang ebenfalls eine beachtliche Laufbahn als Fußballspieler. 
Daniel Eidtner (l.) steht seit dieser Saison bei Hannover 96 II unter Vertrag. Seinem Vater Maik gelang ebenfalls eine beachtliche Laufbahn als Fußballspieler.  © Lars Sittig
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Regionalliga Nord: Offensivmann will bei Hannover 96 II den nächsten Schritt zum Fußballprofi machen.

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Der erste Eindruck war überwältigend, ein hochprofessionelles Umfeld, exzellente Strukturen auf dem Trainingsgelände in Hannovers Zentrum, das eine Menge Tradition versprüht. „Das war schon sehr beeindruckend“, sagt Daniel Eidtner, „und hat mich bei meinem Besuch im vergangenen Sommer überzeugt. Der Trainer Christoph Dabrowski hat mir alles gezeigt und auch das Gespräch mit ihm war sehr positiv – deshalb habe ich mich für den Wechsel zu Hannovers U23-Mannschaft entschieden. Eigentlich ist es wie bei einer Profimannschaft.“

Inzwischen hat sich Daniel Eidtner akklimatisiert in Niedersachsens Hauptstadt, eine Wohnung bezogen im unweit gelegenen Stadtteil Mühlenberg und setzt seine Ausbildung zum Großhandelskaufmann fort. Den Wechsel zur Reserve des Bundesliga-Absteigers hatte sein Management eingeleitet, nachdem der Jugendvertrag des 19-jährigen Stürmers beim 1. FC Union im vergangenen Sommer ausgelaufen war. Regionalliga Nord statt Junioren-Bundesliga, Zwei-Jahres-Vertrag, siebenmal Training pro Woche und die Möglichkeit, sich an der Schwelle zum Profifußball unter exzellenten Bedingungen weiter in Stellung zu bringen. „Ich habe den Wechsel nicht bereut, es läuft bisher alles so, wie ich gehofft habe“, sagt Daniel Eidtner.

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Die Fragen des 6. SPORTBUZZER-Kneipenquiz. ©

Der Offensivmann, der seine Laufbahn beim Ludwigsfelder FC begonnen hat, ist schon weit gekommen, die letzte, schwerste Steigung auf dem Weg zum Berufsfußballspieler aber liegt noch vor dem Rechtsfuß: Der Sprung in den Männerfußball, wo sich die Wettkampfhärte explosionsartig verschärft. „Ich will mich jetzt erst mal etablieren in Hannovers zweiter Mannschaft, dort Stammspieler werden und viele Einsatzzeiten bekommen - das ist jetzt besonders wichtig“, sagt Daniel Eidtner, „und klar ist es mein Traum, Fußballprofi zu werden.“

Immerhin: In den vergangenen Monaten hat Daniel Eidtner Schritt für Schritt auf seinem neuen sportlichen Terrain Fuß gefasst: Ende September schoss er beim Stadtderby gegen den HSC Hannover seinen ersten Treffer, beim Duell gegen Drochtersen/Assel gelang am 8. November der erste Assist, am vergangenen Wochenende beim spektakulären 5:3-Erfolg gegen Hansa Lüneburg absolvierte er seinen ersten Einsatz über die komplette Spielzeit. Nach fünf Niederlagen des 96-Talentschuppens in Folge in der vierten Liga Nord, in denen Eidtner zweimal nicht im Kader oder nur wenige Minuten auf dem Feld stand, gehörte er zur Startformation, die zuletzt zwei Partien gewinnen konnte.

Vater Maik Eidtner spielte bei Erzgebirge Aue und Sachsen Leipzig

Begonnen hatte alles beim LFC in der Autobauerstadt, von 2006 bis 2012 trainierte Eidtner dann in der Talentschmiede bei Hertha BSC. Es folgten zwei Jahre bei Tennis Borussia (2012 bis 2014), anschließend wechselte er für fünf Jahre ins Sportinternat des 1. FC Union Berlin. Der Linksaußen wandelt auf seinem fußballerischen Weg auch auf den Spuren seines Vaters: Maik Eidtner (46), der eine Sportsbar in Ludwigsfelde betreibt, hat selber eine beachtliche Laufbahn hinter sich: Der Offensivmann stand unter anderem bei Erzgebirge Aue, Sachsen Leipzig, dem FC Eisenhüttenstadt, dem FSV Luckenwalde und dem LFC unter Vertrag, nach 137 Partien (32 Tore) in der Regionalliga und 118 Einsätzen (29) in der Oberliga ließ er seine Karriere schließlich beim SV Siethen ausklingen.

„Klar tauschen wir uns viel aus, mein Vater besucht auch seit vielen Jahren alle Spiele und wir reden natürlich darüber, was man besser machen kann“, berichtet Daniel Eidtner. Die nächste Gelegenheit für einen Live-Besuch gibt es schon am Sonnabend, dann empfängt Hannover 96 II den Heider SV und Daniel Eidtner will den nächsten kleinen Schritt machen, um sein Traumziel zu erreichen.