23. Januar 2022 / 20:29 Uhr

Chancenwucher und Abwehr-Patzer: Bayern-Trainer Nagelsmann trotz Tor-Festival kritisch

Chancenwucher und Abwehr-Patzer: Bayern-Trainer Nagelsmann trotz Tor-Festival kritisch

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Im Lager des FC Bayern war man nach dem deutlichen Sieg gegen Hertha BSC nicht vollends zufrieden.
Im Lager des FC Bayern war man nach dem deutlichen Sieg gegen Hertha BSC nicht vollends zufrieden. © IMAGO/Revierfoto/Getty (Montage)
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Der FC Bayern München zeigte bei der 4:1- Gala gegen Hertha BSC eine überzeugende Vorstellung. Ansätze zur Kritik fand im Anschluss der Partie aber nicht nur Trainer Julian Nagelsmann, für den insbesondere das Gegentor ein Haar in der Suppe war. Auch die ausgelassenen Chancen wurden bei den Bayern-Profis zum Thema.

Kantersieg in der Hauptstadt und Bundesliga-Verfolger Borussia Dortmund auf Distanz gehalten: Die Welt von Tabellenführer FC Bayern München sollte nach der 4:1-Gala gegen Hertha BSC eigentlich vollends in Ordnung sein. Mit einem Sechs-Punkte-Polster geht es dank einer dominanten Vorstellung im Berliner Olympiastadion in die spielfreie Woche. Gänzlich zufrieden war Bayern-Trainer Julian Nagelsmann trotz des mehr als ordentlichen Verlaufs der Dinge aber nicht. So stießen ihm sowohl die zahlreichen vergebenen Chancen seiner Schützlinge als auch der Gegentreffer durch Jurgen Ekkelenkamp (80.) unangenehm auf. "Am Ende stört mich das Gegentor noch mehr als die vergebenen Chancen", erklärte der 34-Jährige gegenüber Sky.

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Der eingewechselte Dayot Upamecano hatte den Ball im Vorlauf ungenau in Richtung von Torwart Manuel Neuer zurückgespielt. Hertha-Angreifer Stevan Jovetic spritzte dazwischen, Ekkelenkamp vollendete den Abpraller zum 1:4. Nagelsmann ärgerte sich über den Upamecano-Lapsus: "Ich bin ein großer Freund davon, das mit Kontrolle zu machen. Da war ja kein großer Druck", analysierte der FCB-Coach. So hätte man "die Situation auch ein bisschen kontrollierter spielen" können, zumal die Münchener beim Spielstand von 4:0 keineswegs in Zeitnot gewesen wären.

Bei den Spielern von Nagelsmann wurde im Nachgang indes weniger der Fehler von Mitspieler Upamecano als vielmehr die Anzahl an vergebenen Hochkarätern in der eigenen Offensive zum Thema. "Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir einige Chancen liegenlassen. Auch ich persönlich hab wieder den Magneten im Handschuh des Torwarts gefunden", sagte Thomas Müller, der selbst zum zwischenzeitlichen 2:0 traf (45.). Erklärungen für die aus Bayern-Sicht ungenügenden Ausbeute vor dem gegnerischen Tor suchten die Münchener Akteure vergeblich. "Wir haben es recht viel trainiert. Vielleicht weniger Torschusstraining, dann klappt es auf dem Platz besser", sagte Joshua Kimmich süffisant. Auch Keeper Manuel Neuer sagte: "Unsere Jungs waren eigentlich in Form".

Allem Chancenwucher zum Trotz stand am Ende durch die weiteren Tore von Corentin Tolisso (25.), Leroy Sané (75.) und Serge Gnabry (79.) aber dennoch ein deutliches 4:1 auf der Anzeigetafel des Berliner Olympiastadions, mit dem die Bayern ihre Vorherrschaft in der Bundesliga nach dem 4:0 am vergangenen Spieltag gegen den 1. FC Köln einmal mehr unter Beweis stellten. Sechs Zähler vor dem BVB befindet sich der FCB auf Meisterschaftskurs. Gänzlich sicher ist der Titel aber noch nicht. "Ich denke, wir brauchen schon noch ein paar von solchen Spielen. Teilweise waren die Spiele zuvor zu inkonstant. Wir sind auf einem ganz guten Weg", resümierte Kimmich. Das nächste Ausrufezeichen kann der Rekordmeister am 5. Februar gegen RB Leipzig setzen.