19. Oktober 2020 / 14:05 Uhr

Zuschauer & Co.: So ist die Corona-Lage vor dem Champions-League-Start in Europas Top-Ligen

Zuschauer & Co.: So ist die Corona-Lage vor dem Champions-League-Start in Europas Top-Ligen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
In Europas Top-Ligen herrscht ein unterschiedlicher Umgang mit dem Corona-Virus. Die Champions League startet am Dienstag ebenfalls unter anderen Voraussetzungen.
In Europas Top-Ligen herrscht ein unterschiedlicher Umgang mit dem Corona-Virus. Die Champions League startet am Dienstag ebenfalls unter anderen Voraussetzungen. © Getty Images/Montage
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Die Corona-Pandemie hat große Teile der Welt weiter fest im Griff. Auch die Champions League startet am Dienstag unter besonderen Voraussetzungen. Die Lage in den vier europäischen Top-Ligen im Überblick.

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Am Dienstag beginnt die Champions League, ab Donnerstag wird in der Europa League wieder gespielt. Beteiligt sind 80 Vereine aus ganz Europa - und jedes Land geht anders mit der Corona-Pandemie um. Das betrifft auch die deutschen Starter FC Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach in der Königsklasse sowie Bayer Leverkusen und die TSG 1899 Hoffenheim in der Europa League. Für alle Mannschaften gelten dabei spezielle Regeln und Hygieneprotokolle. Doch wie ist die Lage vor Ort? Ein Überblick über die Situation in den Top-Ligen Europas zum Start der Champions League.

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ENGLAND (CL-Teilnehmer: FC Liverpool, Manchester City, FC Chelsea, Manchester United)

Großbritannien mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnern leidet sehr unter der Corona-Pandemie. Das Nationale Statistikamt ONS ging zuletzt von geschätzt knapp 28.000 Infektionen pro Tag allein in England aus. Landesweit wurden starke Einschränkungen beschlossen. In der Premier League wird derzeit ohne Zuschauer gespielt - das dürfte sich vorerst auch in der Champions League nicht ändern. Bei allen Fußballspielen gelten strenge Sicherheitsprotokolle. Trotzdem werden im Sport immer wieder positive Corona-Tests gemeldet. Einreisende aus einigen Ländern müssen nach ihrer Ankunft in eine 14-tätige Quarantäne. Für Sportler gelten Ausnahmeregelungen.

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ITALIEN (Juventus Turin, Inter Mailand, Atalanta Bergamo, Lazio Rom)

In Italien freuen sich die Fans auf die internationalen Wettbewerbe. Zugleich haben viele der 60 Millionen Einwohner in dem Land, das von der ersten Corona-Welle im Frühjahr extrem hart getroffen wurde, Angst vor Menschengruppen und zu starken Lockerungen. Weite Reisen und ausländische Gäste - das erzeugt gemischte Gefühle. Zumal der Mannschaftssport auf Amateurebene von der Regierung in Rom gerade wieder stark beschränkt wurde. In italienischen Stadien wird mit bis zu 1000 Zuschauern gespielt. Wegen mehr als 30 Profis, die in der Serie A gleichzeitig wegen Corona ausfielen, drohte sogar schon Spielchaos. Im Oktober waren die Infektionsfälle in dem Mittelmeerland sprunghaft angestiegen - sie lagen zuletzt deutlich über 10.000 Neuinfektionen pro Tag (Sonntag: 11.705 in 24 Stunden).

SPANIEN (Real Madrid, FC Barcelona, Atlético Madrid, FC Sevilla)

In der höchsten spanischen Liga finden alle Spiele ohne Zuschauer statt. Das war schon während der ersten Corona-Welle im Frühjahr so. Inzwischen geht die zweite Corona-Welle besonders heftig über das Land hinweg und an eine Rückkehr der Fans in die Stadien ist zurzeit nicht zu denken. Das öffentliche Leben wird immer weiter eingeschränkt, weil die Infektionszahlen nach einer kurzen Pause schon seit August wieder stark steigen. Erst am Freitag wurde ein neuer Tagesrekord mit mehr als 15.000 Infizierten binnen 24 Stunden registriert. Seit Beginn der Pandemie infizierten sich in Spanien rund eine Million Menschen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt bei 133,52. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert derzeit 45,4.

FRANKREICH (Paris Saint-Germain, Olympique Marseille, Stade Rennes)

Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Menschen ist stark von der Pandemie betroffen. Zuletzt wurden nach Behördenangaben rund 30.000 Neuinfektionen pro Tag gezählt. Erst in der vergangenen Woche hatte Staatschef Emmanuel Macron im Kampf gegen Corona nächtliche Ausgangssperren für den Großraum Paris und acht weitere Metropolen angekündigt, darunter sind Marseille/Aix-en-Provence, Lille oder Lyon. In diesen Ballungszentren werden tagsüber höchstens 1000 Zuschauer in Stadien der Ligue 1 gelassen, Abendspiele müssen hingegen vor leeren Zuschauerrängen stattfinden. In anderen Gebieten gibt es ebenfalls Begrenzungen, sie variieren von 1000 bis 5000 Zuschauern.