18. September 2020 / 06:01 Uhr

Lothar Matthäus: BVB "führende Adresse" für Europas Top-Talente - FC Bayern aber "weit weg"

Lothar Matthäus: BVB "führende Adresse" für Europas Top-Talente - FC Bayern aber "weit weg"

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus sieht die Bayern weit enteilt und den BVB als Top-Adresse für die Top-Talente des Fußballs.
Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus sieht die Bayern weit enteilt und den BVB als Top-Adresse für die Top-Talente des Fußballs. © imago images / Norbert Schmidt / Laci Perenyi /Montage
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Lothar Matthäus spricht im SPORTBUZZER-Interview über das Duell zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund. Er sieht die Münchner weit enteilt - den BVB aber dennoch in einer Kategorie an Europas Spitze.

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Nach Ansicht von Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat sich Borussia Dortmund zu einem erstklassigen Ausbildungsvereins für europäische Spitzen-Talente entwickelt - für die Rückkehr an die internationale oder auch nationale Spitze genügt dies aber nicht. "Auch der BVB ist wie alle anderen Vereine in Deutschland weit weg von den Bayern. Da müssten sie schon viele Hausaufgaben erledigen und darauf hoffen, dass bei den Bayern wirklich alles negativ läuft. Und daran glaube ich nicht", sagte der 59-Jährige mit Blick auf die am Freitagabend beginnende Bundesliga-Saison in einem Interview mit dem Bundesliga-Magazin des SPORTBUZZER.

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Bellingham erhofft sich in Dortmund nächsten Karriereschritt

Dass die Dortmunder von einigen der jungen Spieler lediglich als eine etwaige Durchgangsstation auf dem Weg zu einem der Branchenführer angesehen werden könnten, bewertet Matthäus aber keinesfalls als Makel. Er erklärt: "Der BVB kann stolz darauf sein, inzwischen die führende Adresse bei den größten Talenten in Europa zu sein. In Dortmund erhoffen sich junge Spieler wie Jude Bellingham den nächsten Schritt in ihrer Karriere." Der 17-jährige Engländer Bellingham war im Sommer für 26,5 Millionen Euro von Birmingham City zum BVB gekommen und ist nur einer von zahlreichen Jung-Profis mit glänzender Perspektive.

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So stehen mit Jadon Sancho (20), Erling Haaland (20), Giovanni Reyna (17) oder dem von Real Madrid ausgeliehenen Reinier (18) weitere Hochkaräter im Kader, die fast ihre gesamte Karriere noch vor sich haben. Zudem könnte der erst 15-jährige Youssoufa Moukoko, der als größtes deutsches Talent gilt, noch in diesem Jahr sein Profi-Debüt geben. Dass nicht jeder dieser Youngster noch über Jahre bei der Borussia spielen wird, dürfte auch den Klub-Bossen bewusst sein. Aber: In der Vergangenheit machte man mit Transfers junger Spieler durchaus lukrative Erfahrungen. Allein die Verkäufe von Christian Pulisic (zum FC Chelsea) und Ousmane Dembélé (zum FC Barcelona) hatten insgesamt über 200 Millionen Euro in die Kassen gespült.

Matthäus: "Andere Mannschaft haben einfach einen klangvolleren Namen" als der BVB

"Der BVB kann selbst einschätzen, dass andere Mannschaften einfach einen klangvolleren Namen haben und dass es neben dem FC Bayern noch sechs, sieben andere Vereine in Europa gibt, die wirtschaftlich ganz sicher höher einzuschätzen sind", meint Matthäus: "Real Madrid, der FC Barcelona, Manchester City und United oder Juventus Turin etwa. Diese Klubs haben noch mehr Geschichte zu bieten und dazu eine Mannschaft, mit der der ganz große Wurf gelingen kann. Dafür haben sie in Dortmund die europaweit beste Stimmung in ihrem Stadion."

Die Meisterschaft wird der Einschätzung des einstigen Weltfußballers aber wohl dennoch zum neunten Mal nacheinander nach München gehen. Matthäus erklärt: "Eigentlich hat sich ja nichts an ihrer Stellung geändert. In der vergangenen Saison hatte Bayern München zwar 'nur' 13 Punkte Vorsprung – da hat es ja schon Jahre gegeben, wo es noch viel mehr waren – aber jetzt ist ihre Dominanz nochmal größer geworden."

Der ehemalige Bundesliga-Profi weiter: "Nicht aufgrund der Ergebnisse unbedingt, sondern wie diese zu Stande gekommen sind. Wirklich beeindruckend! Sie führen derzeit den europäischen Fußball an. Dass der FC Bayern da als haushoher Favorit in die Saison geht, dafür muss man kein Wahrsager sein."