16. August 2022 / 22:25 Uhr

Transfers, Gegenwehr, Leistungskultur: Sportdirektor Sebastian Kehl erklärt Kursänderungen beim BVB

Transfers, Gegenwehr, Leistungskultur: Sportdirektor Sebastian Kehl erklärt Kursänderungen beim BVB

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Sebastian Kehl hat zu dieser Saison das Amt des Sportdirektors bei Borussia Dortmund übernommen.
Sebastian Kehl hat zu dieser Saison das Amt des Sportdirektors bei Borussia Dortmund übernommen. © IMAGO/Dennis Ewert/RHR-Foto (Montage)
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BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl hat in einem Interview auf der Vereinshomepage von Borussia Dortmund Stellung zu den Veränderungen beim Revierklub in diesem Sommer genommen. Kehl sprach unter anderem über die Transferpolitik und die Leistungskultur, die er sich bei der Borussia wünscht.

Der neue Sportdirektor Sebastian Kehl hat ausführlich Stellung zu den Veränderungen genommen, die Borussia Dortmund in diesem Sommer in seiner Mannschaft und um das Team herum vorgenommen hat. Kehl, der im Sommer den langjährigen Sportchef Michael Zorc abgelöst hat. gab dabei auch Einblicke in die Analyse der von vielen Beobachtern als mäßig bewerteten vergangenen Saison des BVB. "In der vergangenen Saison hat mir in einigen Spielen die nötige Gegenwehr gefehlt. Da bin ich ganz ehrlich. Natürlich kann es zu Beginn der Saison etwas holprig werden, das wissen wir, aber diese unbedingte Gegenwehr, die möchten wir alle und die möchte auch ich zu jeder Zeit spüren", machte Kehl in einem Interview auf der Vereinshomepage klar.

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Die Borussia hatte die Vorsaison als Bundesliga-Zweiter hinter Serienmeister FC Bayern München abgeschlossen, war in den verschiedenen Pokalwettbewerben aber frühzeitig ausgeschieden. Als Reaktion darauf trennte sich der BVB nach nur einem Jahr wieder von Trainer Marco Rose und machte dessen Vorgänger Edin Terzic, unter dessen interimsmäßiger Regie der Revierklub 2021 DFB-Pokalsieger geworden war, auch zu Roses Nachfolger. Zudem wurden die Dortmunder frühzeitig - noch bevor Roses Abschied bekannt wurde - auf dem Transfermarkt aktiv, bauten mit Profis wie Niklas Süle (FC Bayern München), Nico Schlotterbeck (SC Freiburg) und Salih Özcan (1. FC Köln) vor allem die oftmals anfällige Defensive um. In der Bundesliga ließ Dortmund 2021/2022 52 Gegentore zu - ein schwacher Wert für ein Top-Team.

Zur Personalpolitik sagte Kehl unter anderem: "Ja, wir verändern an dem einen oder anderen Punkt auch mal unsere Strategie. Niklas Süle bringt eine Menge Erfahrung mit, Salih Özcan bereichert uns im physischen Bereich mit seiner Art, Zweikämpfe zu führen. Ich denke, dass er eine Überraschung werden kann, weil er Facetten mitbringt, die uns bislang ein Stück weit gefehlt haben. Mich fasziniert seine Bereitschaft, hart zu arbeiten, dahin zu gehen, wo es mal weh tut." Ein Ansatz aus der Analyse der vorigen Spielzeit sei gewesen, "dass wir auf dem Transfermarkt an der einen oder anderen Stelle etwas früher unterwegs sein wollten, um der Entwicklung nicht hinterherzulaufen. Wir wollten proaktiv Ausrufezeichen setzen."

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Kehl: "Zu viele Gegentore" in der Vorsaison

Für Diskussionen im Umfeld des Klubs hatte in der vergangenen Saison auch die hohe Anzahl an Verletzungen gesorgt. Aus Kehls Sicht "war es das größte Problem, dass wir in der vergangenen Saison nie annähernd den kompletten Kader zur Verfügung hatten." Letztlich habe die Mannschaft zu viele Gegentore kassiert und zu viele Spiele verloren. Der Blick nach vorne stimmt den Sportdirektor aber optimistisch. "Ich bin überzeugt, dass uns die Veränderungen im Kader und im Staff helfen werden, genau diese Leistungskultur wieder zu schärfen und auch einen kompromissloseren Geist des Gewinnens in die Mannschaft zu bringen". fügte der frühere BVB-Kapitän, der als Spieler unter anderem die Dortmunder Doublesieger-Mannschaft von 2012 anführte, hinzu.

Kehl deutete überdies an, dass der BVB erwägt, während der durch die WM in Katar bedingten langen Winterpause eine Auslandsreise zu unternehmen, "um das Thema Internationalisierung für uns weiter zu besetzen", sagte er. Er fügte mit Blick auf eine mögliche Auslandsreise hinzu: "Wir haben uns dazu schon Gedanken gemacht und werden diese in den kommenden Wochen finalisieren. Es wird sicherlich Phasen geben, in denen wir die Mannschaft belasten werden." Wegen der Weltmeisterschaft in Katar pausiert die Bundesliga von Mitte November bis Mitte Januar.

In der neuen Saison haben die Schwarz-Gelben als einzige Mannschaft neben den Bayern beide bisherigen Bundesliga-Spiele gewonnen. Gegen Bayer Leverkusen gab es einen 1:0-Heimsieg, beim SC Freiburg drehte das Terzic-Team am vergangenen Freitag einen 0:1-Rückstand auch dank eines Fehlers von Freiburg-Keeper Mark Flekken noch in einen 3:1-Erfolg. Nächster BVB-Gegner ist an diesem Samstag (15.30 Uhr, Sky) Aufsteiger Werder Bremen.