03. August 2020 / 22:45 Uhr

BVB-Bosse Watzke und Rauball schießen gegen Hoeneß zurück: "Hätte sich Aussagen besser gespart"

BVB-Bosse Watzke und Rauball schießen gegen Hoeneß zurück: "Hätte sich Aussagen besser gespart"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die BVB-Bosse Reinhard Rauball und Hans-Joachim Watzke haben die Kritik von Uli Hoeneß entschieden zurückgewiesen.
Die BVB-Bosse Reinhard Rauball und Hans-Joachim Watzke haben die Kritik von Uli Hoeneß entschieden zurückgewiesen. © imago images/Thomas Bielefeld/Eibner/BBL-Foto (Montage)
Anzeige

Die Kritik von Uli Hoeneß an Borussia Dortmund hat für mächtig Gegenwind gesorgt. Der Ehrenpräsident des FC Bayern hatte dem BVB eine schlechte Transfer-Strategie vorgeworfen. Die BVB-Bosse Hans-Joachim Watzke und Reinhard Rauball kontern nun.

Anzeige

Ob Uli Hoeneß mit dieser Gegenwehr gerechnet hat? Der Ehrenpräsident des FC Bayern kritisierte die Transferpolitik von Borussia Dortmund in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit deutlichen Worten. "Wenn Dortmund einen hochtalentierten Spieler kauft und er gut spielt, kann man wenige Monate später entweder aus dem Klub selbst oder von außerhalb hören, dass er irgendwann ein Verkaufsobjekt darstellen wird", sagte der 68-Jährige und fügte hinzu: "Wie soll ein Spieler die DNA eines Vereins hundertprozentig aufsaugen, wenn er das Gefühl hat, ein Verkaufsobjekt zu sein?" Damit hat er die Bosse von Borussia Dortmund erzürnt.

Mehr vom SPORTBUZZER

"Die Aussagen hätte sich Uli Hoeneß besser gespart", sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball der Bild. "Der Zeitpunkt ist auch sehr verwunderlich, schließlich haben die Bayern diese Woche Champions League und eigentlich Besseres zu tun." Hintergrund: Der FC Bayern spielt am kommenden Samstag gegen den FC Chelsea das Achtelfinal-Rückspiel. Sollte der deutsche Double-Sieger nicht noch seinen 3:0-Vorsprung verspielen, würde Bayern am Finalturnier in Lissabon teilnehmen.

Watzke lobt Verhältnis zu Rummenigge

Auch Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke störte sich an den Worten von Hoeneß und kritisierte ihn dafür, dass er wieder ein Störfeuer legte. "Karl-Heinz Rummenigge und ich bemühen uns seit Jahren darum, dass die beiden größten deutschen Klubs ein respektvolles Verhältnis miteinander pflegen", sagte er der Bild. "Ich finde es sehr schade, dass in regelmäßigen Abständen versucht wird, dies zu unterwandern." Die Bosse um Rummenigge waren laut Bild von den Aussagen des Ex-Präsidenten genauso überrascht, wie die BVB-Verantwortlichen. Hoeneß ist für seine Attacken gegen andere Klubs, Funktionäre und Spieler bekannt. Vor allem nachdem er als Präsident beim FC Bayern aus einem offiziellen Amt ausgeschieden ist, hat er wieder zur Attacke geblasen und fällt regelmäßig mit kontroversen Meinungen auf.

Hummels, Haaland und Bellingham: Das sind die Rekordtransfers des BVB

Mats Hummels, Erling Haaland und Jude Bellingham (v.l.) gehören zu den teuersten Transfers in der BVB-Geschichte. Wie viel Geld die Dortmunder für sie ausgaben, erfahrt ihr in unserer Galerie.  Zur Galerie
Mats Hummels, Erling Haaland und Jude Bellingham (v.l.) gehören zu den teuersten Transfers in der BVB-Geschichte. Wie viel Geld die Dortmunder für sie ausgaben, erfahrt ihr in unserer Galerie.  ©

Hoeneß glaubt, dass diese Politik den BVB in den wichtigen Fußballspielen zehn Prozent kosten könne. "Ein Spieler muss das Gefühl haben: Ich bin Bayern forever", sagte Hoeneß und führte Robert Lewandowski als Beispiel an. "Der saß im Sommer vor zwei Jahren hier bei mir und sagte: 'Herr Hoeneß, Sie müssen unbedingt mit Herrn Zahavi reden.' Das war sein neuer Berater. Ich sagte: 'Ja, gern, mein nächster Termin ist der 3. September.'“. Damit meinte Hoeneß: nach dem Ende der Transferzeit. Es sei sehr wichtig, dass die Spieler und vor allem ihre Berater wüssten, dass man nicht weich werde. Das bringe sonst nur Unruhe.

Zorc tobt nach Hoeneß-Kritik am BVB

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat Hoeneß beigepflichtet: "Die Bayern wollen eben jedes Jahr die Champions League gewinnen und für Dortmund ist es okay, wenn sie alle paar Jahre mal den DFB-Pokal holen und Zweiter werden", schrieb Matthäus in einer Kolumne bei Sky, relativierte aber: "Das ist keine Kritik und wir können froh sein, dass wir in Deutschland eine solche zweite Kraft haben. Aber die Nummer eins wird man mit Ausstiegsklauseln für die besten Spieler nicht werden."

Sané, Meunier & Co.: Die Sommer-Zugänge der Bundesliga-Klubs 2020

Das Transfer-Fenster hat in diesem Sommer für einen Tag am 1. Juli und dann wieder ab dem 15. Juli geöffnet. Mit Leroy Sané (zum FC Bayern) und Thomas Meunier (zu Borussia Dortmund) sind schon einige namhafte Transfers über die Bühne gegangen. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt alle Sommer-Zugänge der Bundesligisten im Überblick. Zur Galerie
Das Transfer-Fenster hat in diesem Sommer für einen Tag am 1. Juli und dann wieder ab dem 15. Juli geöffnet. Mit Leroy Sané (zum FC Bayern) und Thomas Meunier (zu Borussia Dortmund) sind schon einige namhafte Transfers über die Bühne gegangen. Der SPORTBUZZER zeigt alle Sommer-Zugänge der Bundesligisten im Überblick. ©

Zuvor hatte sich schon BVB-Sportdirektor Michael Zorc irritiert ob Hoeneß' Attacke gezeigt. "Ich finde die Aussagen ziemlich arrogant. Wenn man jedes Jahr 250 Millionen Euro mehr in der Tasche hat, lässt es sich mit vollen Hosen gut stinken", sagte er am Montag am Rande des Trainingsauftakts.

Weidenfeller-Spitze gegen Hoeneß

Der ehemalige BVB-Profi und Markenbotschafter Roman Weidenfeller hat eine ganz eigene Meinung zu den Aussagen von Hoeneß - und schickt seinerseits eine Spitze nach München. "Da scheint der Frust bei Uli Hoeneß mal wieder tief zu sitzen, dass sich Jude Bellingham gegen die Bayern und für den BVB entschieden hat", sagte er laut Bild. Der Engländer, der am Montag erstmals mit seinen neuen Mannschaftskollegen trainierte, soll ein Last-minute-Angebot des Rekordmeisters abgelehnt haben.