28. März 2020 / 23:23 Uhr

BVB-Boss Watzke verteidigt Aussagen von vielkritisiertem TV-Auftritt: "Jeder Satz war inhaltlich korrekt"

BVB-Boss Watzke verteidigt Aussagen von vielkritisiertem TV-Auftritt: "Jeder Satz war inhaltlich korrekt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich für seinen vielkritisierten TV-Artikel gerechtfertigt und bleibt bei seinem Standpunkt.
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich für seinen vielkritisierten TV-Artikel gerechtfertigt und bleibt bei seinem Standpunkt. © imago images/Kirchner-Media
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Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich in einem Interview mit der "Bild am Sonntag" über die Auswirkungen des Coronavirus auf den Fußball geäußert und für Solidarität plädiert. Seinen vieldiskutierten und -kritisierten TV-Auftritt in der ARD-"Sportschau" verteidigt er jedoch - bis auf eine Ausnahme.

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Jetzt spricht Hans-Jochim Watzke: Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund hat in einem Gespräch mit der Bild am Sonntag seinen vielkritisierten TV-Auftritt, der von einigen Bundesliga-Verantwortlichen angesichts der Corona-Krise als unsolidarisch bezeichnet wurde, verteidigt: "Ich habe mir die Sendung noch einmal genau angesehen und muss sagen, dass jeder Satz, den ich gesagt habe, inhaltlich korrekt war", rechtfertigte sich der BVB-Boss. Einzig die Tonalität würde ihn im Nachhinein stören - und dafür entschuldigte er sich auch: "Ich hätte es freundlicher und emphatischer ausdrücken können. Mea culpa", so Watzke.

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Watzke hatte vor zwei Wochen mit einem Auftritt in der ARD-"Sportschau" zu Beginn der Coronavirus-Krise in Deutschland für Irritation gesorgt und finanzielle Hilfe für kleinere Klubs abgelehnt. "Und ehrlicherweise sind wir auch Konkurrenten. Und da muss man das sehr genau miteinander austarieren, was noch Wettbewerb ist und was kein Wettbewerb mehr ist", hatte der BVB-Boss gesagt. "Am Ende können nicht die Klubs, die ein bisschen Polster angesetzt haben in den vergangenen Jahren, dann im Prinzip die Klubs, die das wiederum nicht gemacht haben, dafür auch noch belohnen.“

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Watzke: Macht keinen Sinn, nur einem Verein zu helfen, der über seine Verhältnisse gelebt hat

Bei dieser Haltung bleibt Watzke auch und würde die Einführung eines Bundesliga-Solidaritätstopfes nur unter einer Bedingung zustimmen: "Man kann über alles nachdenken. Ein Solidaritätstopf macht allerdings nur dann Sinn, wenn er für eine Krise vorgesehen ist, von der alle betroffen sind", meinte Watzke und wiederholte seine Bedenken: "Keinen Sinn macht es, einen Verein, der komplett über seine Verhältnisse gelebt hat, mit so einem Bundesliga-Soli zu retten. Dabei bleibe ich." Der Dortmund-Geschäftsführer ist sich zudem sicher, dass nun erstmal "viele Klubs in den nächsten Jahren ums Überleben kämpfen müssen."

Als erste solidarische Maßnahme in der Krise verzichteten nicht nur die BVB-Profis auf laut Watzke "signifikante Teile ihrer Gehälter", auch die Bosse um Watzke und Lizenzspielerchef Sebastian Kehl zogen mit. Borussia Dortmund beteiligte sich wie der FC Bayern München, RB Leipzig und Bayer Leverkusen an einer Millionenhilfe für die Klubs der 1. und 2. Bundesliga. Die vier Klubs verzichten zunächst auf ihren Anteil an noch nicht verteilten nationalen Medienerlösen der DFL in der kommenden Saison. Dieser Betrag in Höhe von 12,5 Millionen Euro werde „seitens des Quartetts noch einmal um 7,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln aufgestockt“, wie Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge am Donnerstag erklärte.

Watzke begrüßt Solidariätsaktion von Bayern, Leipzig, Leverkusen und dem BVB

Watzke begrüßt die Idee der direkten Hilfe, die laut Watzke von Rummenigge persönlich kam. "Der DFL-Vorstand wird künftig die Bedürftigkeit bei Vereinen überprüfen und dann entsprechend Gelder auszahlen. Das ist nicht unsere Aufgabe. Wir wollten nur ein Zeichen setzen", erklärte der BVB-Macher. "Und das, obwohl auch wir schwer zu kämpfen haben." So würde Dortmund laut Watzke 50 Millionen Euro verlieren, wenn bis Dezember keine Spiele mehr mit Zuschauern ausgetragen werden. "Die können wir nicht einfach so herbeizaubern. Und das ist auch für den BVB alles andere als leicht zu verkraften."

Aktuell ist der Bundesliga-Spielbetrieb wegen der Corona-Krise bis zum 2. April ausgesetzt. Das Präsidium der DFL hat allerdings bereits angekündigt, der Mitgliederversammlung am kommenden Dienstag eine weitere Aussetzung des Spielbetriebs in der Bundesliga und 2. Bundesliga bis mindestens 30. April zu empfehlen. Auch die europäischen Klub-Wettbewerbe sind derzeit ausgesetzt.