31. März 2020 / 20:25 Uhr

Bundesliga-Volleyball-Damen des Dresdner SC versteigern Pokaltrikots

Bundesliga-Volleyball-Damen des Dresdner SC versteigern Pokaltrikots

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Die Trikots, die die DSC-Volleyball-Damen beim Pokalsieg im Februar getragen hatten, sollen in der nächsten Woche versteigert werden.  
Die Trikots, die die DSC-Volleyball-Damen beim Pokalsieg im Februar getragen hatten, sollen in der nächsten Woche versteigert werden.   © Uwe Anspach/dpa
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Die Volleyballerinnen aus Elbflorenz wollen der Corona-Krise mit diversen Aktionen trotzen und gegen die Finanznot ihres Vereins ankämpfen.

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Dresden. Eigentlich hätten die DSC-Volleyballerinnen am vergangenen Wochenende ihr zweites Play-off-Viertelfinalspiel absolviert. Doch wie alle Bundesligisten mussten die Verantwortlichen praktisch über Nacht in den Krisenmodus schalten. „Das sind ganz neue Herausforderungen, auf die sich niemand vorbereiten konnte, und wir müssen uns nach dem abrupten Saisonabbruch mit nie dagewesenen Themen beschäftigen“, beschreibt Geschäftsführerin Sandra Zimmermann die Situation.

Verträge mit den meisten ausländischen Spielerinnen wurden kurzfristig aufgelöst (DNN berichtete). „Für unsere Trainer, alle Geschäftsstellen-Mitarbeiter und für unsere Spielerinnen Mareen von Römer, Lena Stigrot, Lenka Dürr, Camilla Weitzel, Laura de Zwart und Nikola Radosova haben wir Kurzarbeitergeld beantragt. Ivana Mrdak ist noch krank und wird wegen ihrer Thrombose weiter in Dresden behandelt. Zudem haben wir die Stundung von SV- und VBG-Beiträgen beantragt“, erläutert Zimmermann die ersten Maßnahmen.

Die Gemeinschaft rückt enger zusammen

Die Geschäftsführerin gibt zu: „Keiner weiß im Moment genau, wo die Reise hingeht. Aufgrund der weggefallenen Einnahmen brechen etwa zehn Prozent unseres Jahresetats weg, was einen Verlust ab 100 000 Euro aufwärts bedeutet. Fixkosten wie Mieten, Leasingfahrzeuge, Büromiete und anderes laufen ja weiter. Deshalb sitzen wir auf heißen Kohlen, warten jeden Tag auf die Bewilligung des Kurzarbeitergeldes. Aufgrund fehlender Einnahmen ist ja die Liquidität gefährdet.“ Das sind die Sorgen, von denen sich die DSC-Verantwortlichen aber nicht erdrücken lassen, zumal die Solidarität von Sponsoren und Fans bislang überwältigend sei.

„Wir bekommen nicht nur von unseren Hauptsponsoren, sondern auch von Partnern, die selbst betroffen sind, unheimlich Unterstützung. Es gibt bislang keine Rückforderungen aufgrund ausgefallener Spiele, und viele signalisieren, dass sie uns auch in Zukunft die Treue halten wollen“, freut sich die Geschäftsführerin.

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Ebenso grandios sei die Resonanz bei den Fans. „Bei den Unterstützer-Tickets steuern wir auf die 600-er Marke zu, konnten rund 7500 Euro damit einnehmen. Unser Ziel sind 1000 bis 1500 Tickets“, so Zimmermann. Sie kündigt weitere Aktionen an: „Wir verlosen noch das eine oder andere Trikot. Anfang nächster Woche starten wir eine Versteigerungs-Aktion der Originaltrikots vom Pokalfinale mit der jeweiligen Unterschrift der Spielerin.“ Trotz aller Sorgen und Nöte kämpfe man darum, dass es weitergeht: „Wir haben das Gefühl, dass unsere Gemeinschaft enger zusammengerückt ist, und daraus ziehen wir auch einen großen Teil Optimismus für die weitere Zukunft.“