01. Dezember 2021 / 15:30 Uhr

BVB reagiert vor Bayern-Gipfel proaktiv: Was die Politik mit Blick auf die Fans entscheiden könnte

BVB reagiert vor Bayern-Gipfel proaktiv: Was die Politik mit Blick auf die Fans entscheiden könnte

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Duell zwischen Borussia Dortmund dem FC Bayer könnte vor nur wenigen Zuschauern stattfinden.
Das Duell zwischen Borussia Dortmund dem FC Bayer könnte vor nur wenigen Zuschauern stattfinden. © Getty Images (Montage)
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Spätestens am Donnerstag wird die Politik festlegen, welche Maßnahmen aufgrund der sich verschärfenden Corona-Lage mit Blick auf die Bundesliga-Stadien getroffen werden. Vollbesetzte Stadien dürfte es vorerst nicht mehr geben, der BVB reagiert vor dem Topspiel gegen den FC Bayern proaktiv. Ein Überblick.

Vollbesetzte Stadien wird es in der Bundesliga in den kommenden Wochen wohl nicht mehr geben. Die Politik sieht sich aufgrund der sich zunehmend verschärfenden Corona-Lage gezwungen, die Zuschauer-Kontingente zu begrenzen oder sogar zu Geisterspielen zurückzukehren. Darüber, dass es Veränderungen geben muss, herrscht nach der Bund-Länder-Runde mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem designierten Nachfolger Olaf Scholz (SPD) am Dienstag Einigkeit. Beschlüsse gab es noch nicht, Details für konkrete Maßnahmen sollen bis Donnerstag ausgearbeitet werden. Dann findet die nächste Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten statt.

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Klar scheint aber schon jetzt: Bereits am kommenden Wochenende wird es zum Teil erhebliche Einschnitte geben, die auch das Top-Spiel am Samstagabend zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern betreffen. Am Mittwochvormittag reagierte der BVB bereits proaktiv und stornierte alle 67.000 bereits für die Partie verkauften Tickets. Es sei aktuell "mit einer pandemiebedingten Reduzierung der Kapazitäten durch die Landesregierung innerhalb der kommenden Tage zu rechnen", begründete der Klub die Entscheidung.

Denn: Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es nun eindeutige Tendenzen zu einem restriktiven Vorgehen. "Bilder wie vom Wochenende in Köln wird es und darf es nicht wieder geben. Wir werden entsprechende Beschlüsse fassen", sagte der neue NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) mit Blick auf den vergangenen Spieltag, als 50.000 Fans die Derbysieg des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach im Stadion verfolgt hatten. Was diese Einschätzung für die Partien am Wochenende genau bedeutet, ließ Wüst zunächst offen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sollen die Arenen zukünftig nur noch zu einem Drittel ausgelastet werden dürfen


Für die Partie zwischen dem BVB und Bayern würde dies bedeuten: Im rund 80.000 Zuschauer fassenden Signal Iduna Park dürften am Samstag deutlich weniger Fans als die derzeit geplanten 67.000 Platz nehmen. Neben dem Spitzenspiel finden in Nordrhein-Westfalen am kommenden Bundesliga-Wochenende die Duelle zwischen Bayer Leverkusen und der SpVgg Greuther Fürth, zwischen Arminia Bielefeld und dem 1. FC Köln sowie zwischen Borussia Mönchengladbach und dem SC Freiburg statt. Die Arminia teilte am Mittwoch mit, dass man den Kartenverkauf für die Partie gegen Köln aufgrund der aktuellen Lage eingestellt habe. Gladbach stornierte die verkauften Tickets für das Spiel gegen Freiburg.

Dem FC Augsburg könnte gegen den VfL Bochum am Samstag sogar ein Geisterspiel bevorstehen. "Wenn Weihnachtsmärkte zu sind, ist es nicht stimmig, volle Stadien zu haben", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und brachte einen bundesweiten Verzicht auf Zuschauer ins Spiel: "Wir versuchen, das nochmal deutschlandweit umzusetzen, wir würden aber in Bayern da an der Stelle auch einen Alleingang machen." Für den FC Bayern könnte dies bedeuten, dass die drei in diesem Jahr noch ausstehenden Heimspiele gegen den FC Barcelona, Mainz 05 und den VfL Wolfsburg vor leeren Rängen stattfinden.

Geisterspiele in Sachsen schon am vergangenen Wochenende

Ein Szenario, das im ebenfalls stark von der Pandemie betroffenen Sachsen bereits am vergangenen Wochenende Realität war. RB Leipzig unterlag Bayer Leverkusen in einem Geisterspiel. Am Freitag muss der selbst arg vom Virus gebeutelte Vizemeister bei Union Berlin ran. Auch in der Hauptstadt arbeitet die Politik an einer weiteren Anpassung der aktuell geltenden Regeln. Einen Beschluss hat der Senat zwar noch nicht gefasst, jedoch für diese Woche in Aussicht gestellt. Vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen betonte Noch-Senatschef Michael Müller (SPD) beim RBB: "Am Donnerstag kann es dann sehr schnell gehen, dass wir da einen Haken hinter machen." im Gespräch sind maximal 5000 Personen bei Außen-Großveranstaltungen.

In Baden-Württemberg, wo am Wochenende die TSG Hoffenheim (gegen Eintracht Frankfurt) und der VfB Stuttgart (gegen Hertha BSC) im Einsatz sind, scheint es derweil ebenfalls in die Richtung von Geisterspielen zu gehen. Man werde "ziemlich sicher" regeln, dass unter anderem Fußball-Spiele und Sportgroßveranstaltungen nur noch ohne Publikum stattfinden können, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Sein sächsischer Kollege Michael Kretschmer (CDU) hätte diese Regelung gern landesweit: "Es sind noch drei Spieltage bis Weihnachten, und die sollen ohne Zuschauer passieren." Ob dies so kommt, dürfte sich am Donnerstag entscheiden.