07. Dezember 2019 / 08:54 Uhr

BSG Chemie Leipzig empfängt finanziell schwer angeschlagene Gäste aus Nordhausen

BSG Chemie Leipzig empfängt finanziell schwer angeschlagene Gäste aus Nordhausen

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Chemie-Trainer Miroslav Jagatic rechnet am Sonntag trotz der finanziell schwierigen Lage mit einem hoch motivierten Gegner aus Nordhausen. 
Chemie-Trainer Miroslav Jagatic rechnet am Sonntag trotz der finanziell schwierigen Lage mit einem hoch motivierten Gegner aus Nordhausen.  © PICTURE POINT
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Chemie-Coach Miroslav Jagatic rechnet trotz der angespannten Situation in Thüringen mit einem hoch motivierten Gegner "auf Drittliga-Niveau". Die Partie wird am Sonntag, 13.30 Uhr,  im Alfred-Kunze-Sportpark angepfiffen.

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Leipzig. Bekommt Nordhausen überhaupt eine Mannschaft zusammen zum Spiel in Leipzig-Leutzsch (Sonntag, 13.30 Uhr)? Die krisengeschüttelte und angeblich vor der Insolvenz stehende Spitzenmannschaft aus Thüringen bereitet den BSG-Verantwortlichen Probleme. „Man hört so viele Gerüchte, Spekulationen und verrückte Sachen, es ist der Wahnsinn“, bestätigt Chemie-Trainer Miro Jagatic. Die letzte Nachricht aus Thüringen stammt von gestern und lautet: Ja, man bekomme elf Leute zusammen, auch einen Bus konnte man organisieren. Klingt fast bemitleidenswert.

Wenn es stimmen würde. Denn Jagatic geht fest davon aus, dass es anders läuft: „Die kommen mit ihrer vollen Profitruppe. Wir werden eine quasi Drittligamannschaft sehen, in der sich jeder Spieler zeigen will. Denn egal, was mit dem Verein wird – die Spieler wollen weiter gutes Geld verdienen und sich ins Schaufenster stellen.“ Deshalb gehe man davon aus, es mit einem favorisierten Team zu tun zu bekommen. Immer mit dem Fokus, es dem angeschlagenen Gegner („immer gefährlich!“) so schwer wie möglich zu machen und ihn möglichst in die Knie zu zwingen.

Tomas Petracek wird verletzungsbedingt fehlen

An der Verletzungsfront herrscht allerdings Anspannung. Für Stürmer Tomas Petracek ist die Hinrunde gelaufen, er zog sich in Berlin vor 14 Tagen eine Meniskusverletzung zu. Alexander Bury mit seinen permanenten Sorgen konnte gestern erneut nicht trainieren, die Innendecker Stefan Karau und Benny Schmidt plagen sich ebenfalls mit Schmerzen.

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Dennoch will Chemie etwas Zählbares in der Hand haben, wenn das letzte Heimspiel des Jahres, das gleichzeitig das erste Spiel der Rückrunde ist, abgepfiffen wird. „Wir wollen alles raushauen, die letzten beiden Spiele positiv gestalten“, sagt Jagatic. Tabellarisch sind die Vorzeichen klar: Nordhausen hat zehn Punkte und 20 Tore mehr als Chemie auf der Habenseite.

Jagatic sieht Gefahr der Wettbewerbsverzerrung

Egal, welche Mannschaft nun aufläuft, die Diskussionen um Vereine, die über ihre Verhältnisse leben, werden erneut befeuert. Benachteiligt werden einmal mehr die solide arbeitenden Vereine. Man stelle sich vor, in der zweiten Halbserie liefe Nordhausen mit einer besseren zweiten Mannschaft auf und würde zum „Fallobst“ der Liga. Chemie hingegen bestritt seine beiden Spiele noch gegen den überteuerten und am Ende nicht finanzierbaren Profikader. Jagatic berichtet von entsprechenden Nachrichten von der Konkurrenz, die ihm das schon unter die Nase rieben. „In dem Geschäft müssen wir über Fairness nicht reden“, stellt er fest. Um so mehr gelte für die BSG Chemie der eherne Grundsatz: „Lieber klein und fein, bodenständig und vernünftig. So kann man seine Ziele auch erreichen.

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