09. November 2019 / 21:41 Uhr

Auswärtsfluch! VfB Lübeck kassiert gegen SSV Jeddeloh Last-Minute-Ausgleich

Auswärtsfluch! VfB Lübeck kassiert gegen SSV Jeddeloh Last-Minute-Ausgleich

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Tommy Grupe, Ryan Malone und Patrick Hobsch schauen nach dem Last-Minute-Ausgleichstreffer enttäuscht drein.
Tommy Grupe, Ryan Malone und Patrick Hobsch schauen nach dem Last-Minute-Ausgleichstreffer enttäuscht drein. © Agentur 54°
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In der Ferne gelingt den Grün-Weißen kein Sieg. Trainer Landerl ist trotzdem nicht unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft.

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Verspielt der VfB Lübeck in der Fremde seinen Aufstiegstraum in die dritte Liga? Auch im dritten Auswärtsspiel in Folge konnten die Grün-Weißen nicht dreifach punkten. Nach dem 1:3 in Havelse und 0:1 bei Drochtersen/Assel fühlte sich auch das 3:3 beim SSV Jeddeloh wie eine bittere Niederlage an. Der Ausgleich fiel in der Nachspielzeit.

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Moral stimmt, Ergebnis nicht

Als Schiedsrichter Mario Birnstiel die Begegnung vor 520 Zuschauern abpfiff, sackten die enttäuschten und komplett in Rot gekleideten Lübecker auf den nassen Rasen der 53acht Arena. Dabei zeigten sie eine tolle Moral. Nach einer torlosen ersten Halbzeit lagen die Gäste zwar zweimal zurück, konnten aber zweimal ausgleichen und gingen sogar mit 3:2 in Führung. Ein Sieg wäre enorm wichtig gewesen, weil Meister und Spitzenreiter VfL Wolfsburg II schon am frühen Nachmittag mit einem glatten 3:0-Sieg im Topspiel gegen den SC Weiche Flensburg 08 eindrucksvoll vorgelegt hatte.

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Dongsu Kim verursacht Elfmeter, Arslan trifft

Trainer Rolf Landerl hatte nur eine personelle Veränderung vorgenommen. Für den gesperrten Kapitän Daniel Halke (Gelb-Rote Karte) rückte Marcel Schelle ins Team. Der erste Durchgang ist schnell erzählt. Patrick Hobsch (6., 8.) und Yannick Deichmann (30.) mit einem 18-Meter-Schuss verpassten es, ihre Elf in Führung zu schießen. Um so spektakulärer war der zweite Durchgang. Es waren nur drei Minuten gespielt, als es Strafstoß für die Hausherren nach einem ungeschickten Zweikampf von VfB-Verteidiger Dongsu Kim im Sechsener gegen Thorsten Tönnies gab – Almir Ziga verwandelte sicher links unten. VfB-Torwart Lukas Raeder war in die andere Ecke gesprungen. Ebenso souverän zeigte sich Stürmer Ahmet Arslan (50.) vom Elfmeterpunkt zum 1:1-Ausgleich. „Ahmo“ traf ins linke Eck. Vorausgegangen war ein Foulspiel an Hobsch. Die Niedersachsen waren stets gefährlich bei Kontern. Nach einer Ecke für die Gäste landete der Ball über Shaun Minns beim Ex-Lübecker Kevin Samide (62.), der zur erneuten Führung traf. Der 30-Jährige hatte von 2011 bis 2013 an der Lohmühle gespielt. „Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Das Gegentor kriegen wir zu einfach. Das darf nicht passieren“, beklagte Landerl.

Hobsch mit Flugkopfball, Sonntagsschuss von Riedel, Jeddeloh extrem effektiv

Doch seine Elf fightete und drehte die Partie dank Hobsch (85.) per Flugkopfball nach einer Flanke von Deichmann und Florian Riedel (89.) mit einem Sonntagsschuss aus 25 Metern. Der sechste Sieg im sechsten Vergleich gegen den Lieblingsgegner war nun zum Greifen nahe. Schiedsrichter Birnstiel ließ vier Minuten im strömenden Regen nachspielen und Jeddeloh warf nochmals alles nach vorne. Mit Erfolg: Nach einer Flanke von Samide köpfte der zuvor eingewechselte Mario Fredehorst unter die Latte, der Rettungsversuch vom 1,76 m großen Riedel kam zu spät. Danach war sofort Schluss. „Die Burschen haben sensationell Moral bewiesen. Da muss man wirklich stolz sein. Um so bitterer ist das späte 3:3“, konnte es auch Landerl nicht fassen. „Das einzige, was wir uns vorwerfen müssen, ist, dass der Gegner aus drei Chancen drei Tore macht. Das müssen wir cleverer, besser verteidigen.“ Abwehrchef und Kapitän Grupe sagte: „Wir haben eine tolle Moral bewiesen und das Spiel in der Schlussphase noch gedreht. Sehr bitter allerdings, dass wir mit der letzten Aktion des Spiels noch das 3:3 bekommen.“


Spiel analysieren und gegen Altona 93 nach vorne gucken

Die mitgereisten VfB-Fans (es waren dieses Mal weniger als 100) waren offenbar verärgert über den Auftritt ihres Teams. So gab es anschließend lautstarke Diskussionen mit den Spielern vor dem Gästeblock. „Trotz aller Enttäuschung muss man das Spiel aber auch analysieren und die richtigen Schlüsse ziehen, damit wir nächste Woche wieder in die Erfolgsspur zurückkehren“, versuchte der eingewechselte Stürmer Nicolas Hebisch den Blick nach vorne zu richten. Am kommenden Sonnabend kommt Aufsteiger Altona 93 an die Lohmühle. „Es sind noch ein paar Spiele zu gehen, in denen wollen wir möglichst viele Punkte holen, um dann in einer guten Position zu überwintern.“ Die besseren Karten haben jetzt wieder die „Jung-Wölfe“ mit einem Vorsprung von vier Punkten. Der VfB hat zwar ein Spiel weniger ausgetragen, muss aber möglichst schnell seine Auswärtskrise ablegen.

Stadtderby an der Lohmühle: VfB Lübeck II - 1. FC Phönix Lübeck 2:2 (01.11.2019)

Lübecks Spieler freuen sich mit Ramazan Acer.  Zur Galerie
Lübecks Spieler freuen sich mit Ramazan Acer.  ©

Statistik zum Spiel:

SSV Jeddeloh: Bohe – van Mullem, von Aschwege, Hahn – Papachristodoulou, Kaiser (74. Schaffer), Ziga (90. +2 Goguadze), Tönnies, Samide – Minns, Töpken (88. Fredehorst).

VfB Lübeck: Raeder – Riedel, Malone, Grupe, Kim, Deichmann – Schelle (67. Matovina), Mende, Hoins (73. Hebisch) – Arslan (90. +1 Lippert), Hobsch.

Schiedsrichter: Mario Birnstiel (Hannover).

Zuschauer: 520.

Tore: 1:0 Ziga (FE, 48.), 1:1 Arslan (FE, 50.), 2:1 Samide (62.), 2:2 Hobsch (85.), 2:3 Riedel (89.), 3:3 Fredehorst (90. +4).

Gelbe Karten: Papachristodoulou – Riedel.