05. März 2021 / 18:50 Uhr

Ausgerechnet eine Sieben-Tore-Klatsche zeigt: VfL-Frauen müssen Meppen ernst nehmen

Ausgerechnet eine Sieben-Tore-Klatsche zeigt: VfL-Frauen müssen Meppen ernst nehmen

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Lang machen gegen Meppen: Alex Popp und der VfL (r. Trainer Stephan Lerch) treten am Sonntag beim Aufsteiger an.
Lang machen gegen Meppen: Alex Popp und der VfL (r. Trainer Stephan Lerch) treten am Sonntag beim Aufsteiger an. © Roland Hermstein
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Nach der Champions League ist vor der Bundesliga. Und nach der Bundesliga ist vor der Champions League. Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg treten am Sonntag in Meppen an. Und müssen wegen aktueller Nachrichten auch schon einmal auf die Reise nach Ungarn schauen.

Champions League, SV Meppen, Champions League. Zwischen die europäischen Fußball-Festtage des VfL Wolfsburg im Achtelfinale gegen Lilleström hat sich das Gastspiel beim Bundesliga-Aufsteiger geschlichen. Am Sonntag (14 Uhr) gastiert die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch im Emsland. Im Hinspiel gab's einen 2:0-Arbeitssieg, am Sonntag darf es gern deutlicher werden, auch wenn Respekt vorhanden ist. "Wir dürfen das nicht zu locker nehmen und nur auf die Tabelle schauen", weiß Lerch, denn: "Sie haben schon gezeigt, dass man sie ernst nehmen muss."

Ein gutes Beispiel dafür sei Meppens 1:7 gegen die Bayern. Eine Klatsche als gutes Beispiel, den Außenseiter ernst zu nehmen? "Ja, das ist ein deutliches Ergebnis", gibt Lerch zu, aber: "Sie haben mutig Fußball gespielt und sich nicht erdrücken lassen. Trotz hohem Pressing haben sie versucht, das spielerisch zu lösen und konnten sich auch aus Drucksituationen befreien. Das sah phasenweise wirklich gut aus. Viele Mannschaften machen das nicht, weil sie sich nicht trauen." Was heißt das für den VfL? Lerch: "Wir müssen den Fokus hochhalten, das ist unsere Marschroute. Wir lassen uns von den Ergebnissen nicht blenden und wollen einen Schritt nach vorne machen im Vergleich zum Lilleström-Spiel, wo es einiges zu besprechen gab. Unter anderem das Zweikampfverhalten muss besser sein. Wir wollen stabiler werden und das Spiel dafür nutzen."

Mit voller Rotation ist nicht zu rechnen, da "wir ja auch einen gewissen Druck aufgrund der Tabellensituation haben. Es wird sicher die eine oder andere Änderung geben, aber wir befinden uns noch am Anfang der englischen Wochen und müssen noch nicht die ganz große Rotation einschmeißen."

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Szenen vom Frauenfußball-Champions-League-Spiel VfL Wolfsburg gegen Lilleström SK Zur Galerie
Szenen vom Frauenfußball-Champions-League-Spiel VfL Wolfsburg gegen Lilleström SK © Roland Hermstein

Jakabfi fehlt, Popp meldet sich fit

Wie der Kader am Sonntag final aussieht, weiß Lerch hingegen noch nicht genau. "Zsanett Jakabfi ist noch nicht wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen und fällt am Wochenende aus", bestätigt der 36-Jährige, und weiter: "Wir haben ein paar kleinere Blessuren aus dem LSK-Spiel herausgetragen, die es noch schwer machen, eine Prognose abzugeben. Es ist nichts Gravierendes, aber wir müssen natürlich auch aufgrund der kommenden Belastungen abwägen." Entwarnung gab es jedoch bei Kapitänin Alexandra Popp, die am Mittwoch vorzeitig vom Platz humpelte. Sie, so Lerch, "konnte am nächsten Tag schon wieder laufen und ohne Schmerzen ein Training mitmachen. Wir rechnen mit ihr gegen Meppen." Shanice van de Sanden, die nach dem Potsdam-Spiel Anfang Februar aus dem Mannschaftstraining ausstieg und aus privaten Gründen nach Suriname reiste, kehrte am Donnerstag nach häuslicher Quarantäne zum Team zurück. Die Holländerin soll jetzt wieder langsam rangeführt werden, um den Trainingsrückstand aufzuholen.

Ungarn ein Hochinzidenzgebiet

Nach dem Meppen-Spiel macht sich der VfL-Tross am Dienstag auf den Weg nach Ungarn, wo am Mittwoch das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen LSK Kvinner stattfinden soll. Die Rückreise soll noch am selben Abend folgen. Weil in Norwegen Einreisen von Sportteams wegen der Corona-Bestimmungen nicht möglich sind, weicht man ins Gyirmoti-Stadion im nordungarischen Györ aus. Das deutsche Krisenreaktionszentrum gab Freitag bekannt: Ungarn gilt ab dem 7. März als Hochinzidenzgebiet, es gelten besondere Anmelde- und Testpflichten vor der Einreise nach Deutschland. In Wolfsburg geht man derzeit noch davon aus, dass das Spiel wie geplant stattfinden wird. Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch sagt: "Ich bekomme das nur am Rande mit, da mich der Alltag fest im Griff hat. Ich verlasse mich ganz auf unsere internen Kommunikationswege intern. Wenn es Änderungen gibt, kriegen wir da rechtzeitig Info. Ich bin aktuell ganz entspannt. Wir haben ein starkes Hygienekonzept und würden uns vor Ort in einer Blase bewegen und bleiben durchgehend nur unter uns."