26. Januar 2021 / 12:52 Uhr

Aus Eilenburg und Oschatz ins Erzgebirge: Franz, Julian, Liam wechseln zu den Veilchen

Aus Eilenburg und Oschatz ins Erzgebirge: Franz, Julian, Liam wechseln zu den Veilchen

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Liam und Julian wechseln vom FC Eilenburg ins Erzgebirge.
Liam und Julian wechseln vom FC Eilenburg ins Erzgebirge. © dpa / Privat
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Drei 13-jährige Kicker-Talente aus Nordsachsen wollen die große Fußballwelt erobern. Liam Bräunig und Julian Stephan vom FC Eilenburg sowie Franz Fischer vom FSV Oschatz werden ins Nachwuchsleistungszentrum des FC Erzgebirge Aue wechseln. Die Jungs waren dem Zweitligisten durch konstante Leistungen in der nordsächsischen Regionalauswahl und bei mehreren Probetrainings aufgefallen.

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Nordsachsen. Mit 13 hinaus in die große Fußballwelt: Liam Bräunig, Julian Stephan und Franz Fischer verlassen ihre nordsächsische Heimat und wechseln mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres nicht nur die Schule, sondern auch den Fußballverein. Das Trio spielt künftig in der U14 des FC Erzgebirge Aue.

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Die „Veilchen“ wurden bei einem Sichtungsturnier auf die Spieler vom FC Eilenburg und FSV Oschatz aufmerksam. Dort hatten die drei gemeinsam mit weiteren Talenten aus der Region für Furore gesorgt und als beste Regional-Kreisauswahl abgeschlossen. Unter anderem gewann die Mannschaft gegen die Kicker aus den Leistungszentren von RB Leipzig und Dynamo Dresden.

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Nach einigen Probetrainings fiel die Entscheidung: Aue wollte und die Jungs auch. Normalerweise würde sich das Trio jetzt mit seinen neuen Mitspielern auf die Rückrunde vorbereiten, doch Corona macht diesen Ambitionen einen Strich durch die Rechnung. So beschränkt sich das Kennenlernen auf regelmäßiges Onlinetraining. Das Kinderzimmer ersetzt den Fußballplatz, die Dehn- und Kraftübungen vor dem Rechner das gemeinsame Mannschaftstraining.

Alles, um am Punkt x fit zu sein. Und dabei weiß keiner, wann der Nachwuchs wieder spielen darf. Bis zum 28. Februar wird sich kein Ball drehen und der Spielbetrieb ruhen, verkündete unlängst der Sächsische Fußballverband.

Ein großer Schritt für Franz, Julian, Liam

Die Nachwuchsleistungszentren, zu denen Erzgebirge Aue gehört, durften im ersten Lockdown nach Öffnung der Schulen und Internate wieder trainieren. Natürlich hoffen Liam, Julian und Franz, dass das auch diesmal so ist und die Schulen nicht auch noch über den 15. Februar hinaus geschlossen bleiben. „Wir wissen, dass es ein großer Schritt ist. Wir wollen es versuchen und unser Bestes geben“, sagen Liam und Julian, die seit fünf Jahren zusammen beim FCE spielen und mit ihren Teamkollegen aus der U15 unzählige Pokale und Medaillen einheimsten.

Auch in dieser Saison lief es wie am Schnürchen. In der Landesklasse führt die Mannschaft die Tabelle an, im Sachsenpokal wurde unmittelbar vor dem Lockdown Landesligist Dresden-Strießen eliminiert.

Franz Fischer war bisher die große Stütze beim FSV Oschatz in der Nordsachsenliga, traf und legte die Bälle reihenweise auf. Oschatz ist Erster – und muss nun einen seiner Leistungsträger ziehen lassen. Besser: Man lässt ihn gern ziehen.

Anton Rücker kickt mittlerweile in Portugal

„Es ist für die Nachwuchsarbeit jedes Vereins eine Auszeichnung, wenn Spieler für die Nachwuchsleistungszentren interessant werden“, freut sich Eilenburgs Nachwuchsleiter Mike Trybusch über den Wechsel der beiden 2007er-Talente Bräunig und Stephan. Schon in der Vergangenheit gingen Spieler aus dem Eilenburger Nachwuchs zu größeren Vereinen. Silas Prüfrock (Jahrgang 2005) und Niklas Rohleder (2006) hüten mittlerweile das Tor von RB Leipzig. Nele Braunsdorf spielt in der „Mädchen“-Mannschaft der Roten Bullen.

Der größte Aufstieg gelang in jüngeren Vergangenheit Anton Rücker, den Trybusch einst selbst trainierte. Der gebürtige Bad Dübener schaffte es bis zum deutschen U-Nationalspieler und kickt mittlerweile in der 2. Liga in Portugal. Welchen Weg die drei nordsächsischen Kicker aus Hohenprießnitz, Mörtitz und Oschatz mal einschlagen, ist noch ungewiss. Den Ehrgeiz und die Lust am Fußball nehmen sie mit ins Erzgebirge – und viele gute Wünsche.