17. Juni 2020 / 19:25 Uhr

Aufsteiger 1. FC Phönix Lübeck begrüßt Zweiteilung der Regionalliga Nord

Aufsteiger 1. FC Phönix Lübeck begrüßt Zweiteilung der Regionalliga Nord

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Mit welchen Teams wird Phönix Lübeck in der Regionalligasaison 20/21 zusammen spielen? Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen.
Mit welchen Teams wird Phönix Lübeck in der Regionalligasaison 20/21 zusammen spielen? Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. © Agentur 54°
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Die meisten Vereine können mit der Entscheidung gut leben. Heider SV nimmt gar nicht erst teil.

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22 Mannschaften spielen in der kommenden Saison 2020/21 in der Regionalliga Nord. Wie ist solch eine Spielzeit überhaupt zu bewältigen? Mit dieser Frage hat sich der Spielausschuss des Norddeutschen-Fußball-Verbands beschäftigt und hat den Vereinen jetzt eine Alternative zur eingleisigen Liga vorgestellt.

Heider SV ist bei Videokonferenz nicht dabei

Vorgestellt wurde die Alternative in einer Videokonferenz (einzig der letztjährige Aufsteiger Heider SV war nicht zugeschaltet) und sieht eine Zweiteilung der Staffel vor – in eine Nord- und eine Süd-Staffel. Gespielt werden soll im Modus „Jeder gegen Jeden“ in der jeweiligen Gruppe mit Hin- und Rückspiel. Nach Abschluss dieser „Qualifikationsstaffeln“ erfolgt eine Aufteilung in eine „Meisterrunde“ der punktbesten zehn Mannschaften und einer „Abstiegsrunde“ mit 12 Vereinen. Dort sollen Meister beziehungsweise Absteiger in einer einfachen Punktrunde ermittelt werden. Hintergrund der zahlenmäßig ungleichen Staffeln ist, dass der Meister der Regionalliga Nord zum Ende der Spielzeit 2020/2021 Aufstiegsspiele zur 3. Liga gegen den Meister der Regionalliga Bayern zu absolvieren hat und eine zeitliche Flexibilität, anders als in der „Abstiegsrunde“, nicht gegeben ist. Absteiger soll es fünf geben.

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Salomon befürwortet das Vorgehen

Nachdem Argumente ausgetauscht und Vor- und Nachteile abgewägt wurden, folgte eine Abstimmung unter den Vereinen, die mehrheitlich für das alternative Spielsystem nach regionalen Gesichtspunkten ausgefallen ist. Die endgültige Zusammensetzung der Staffeln soll mit Hilfe eines Berechnungstool erarbeitet und zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Für Liganeuling 1. FC Phönix Lübeck hat der Sportliche Leiter Frank Salomon an der Videokonferenz teilgenommen und begrüßt die Zweiteilung der Staffel. „Es war ziemlich klar, dass keine 42 Spieltage in einer eingleisigen Staffel gespielt werden können. Das ist zuviel. Daher haben auch wir für das Spielsystem nach Regionen gestimmt. Das kommt den Vereien entgegen, weil dadurch viele Kilometer, also Fahrtkosten, gespart werden. Für uns ist das System super. Zum einen haben wir attraktive Spiele und zum anderen einige Derbys. Für mich ist das keine Abwertung“, sagt Salomon zu den LN, „wir freuen uns auf die Runde.“

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Derbys vs. Kostenersparnis - Die Meinungen gehen minimal auseinander

Bei anderen Klubs fallen die Reaktionen ähnlich positiv aus. „Wir haben zwar ein bisschen was anderes gehofft. Das heißt, eine Hinrunde mit allen Mannschaften. Doch können wir mit dem vorgeschlagenen Model leben. Viele Klubs sind arg gebeutelt. Da ist der finanzielle Aspekt nicht abwegig. So kann man Fahrgelder einsparen. Auf der anderen Seite haben viele Spiele Derbycharakter“, sagt Marc Peetz, Teammanager vom SC Weiche Flensburg 08. Jens Martens. Trainer von Eintracht Norderstedt, bezeichnet die Zweitteilung als ein gutes Model beziehungsweise eine gute Lösung. „Wir haben besondere Zeiten, die besondere Maßnahmen erfordern. Klar, hätten wir uns alle eine normale Saison gewünscht. Doch im Sinne des vorhersehbaren Zeitplans, wann kann angefangen und inwieweit kann im Winter gespielt werden?, ist dieses Model durchspielbar.“

Saisonbeginn wird unterschiedlich ausfallen

Der NFV-Verband weist daraufhin, dass der Beginn des Spielbetriebs zu unterschiedlichen Zeitpunkten geplant werden muss – je nach Verfügungslage des Bundes und der Länder, wobei zu beachten ist, dass diese in den vier norddeutschen Bundesländern durchaus unterschiedlich ausfallen kannn. „Aus diesem Grund ist der Spielbetrieb in zwei Staffeln mit Hin- und Rückspielen durchaus durchdacht“, sagt Spielleiter Jürgen Stebani, „im Falle eines sehr späten Beginns oder sogar einer zweiten Infektionswelle, könnten wir auf eine Austragung einer einfachen Punktrunde zurückgreifen und so wertvolle Zeit gewinnen.“

Endgültige Entscheidung am 25. Juni

Der Abbruch der noch laufenden Spielzeit sowie die Aufstockung der Regionalliga Nord der Herren zur neuen Saison 2020/21 und damit auch die Umsetzung der vorstehenden Überlegungen erfolgt vorbehaltlich des Votums des außerordentlichen NFV-Verbandstages am 25. Juni.

So werden die Staffeln vermutlich aussehen:

Gruppe Nord: 1. FC Phönix Lübeck, SC Weiche Flensburg 08, Holstein Kiel II, Heider SV, Eintracht Norderstedt, Altona 93, Hamburger SV II, FC St. Pauli II, FC Teutonia 05, Lüneburger SK Hansa, SV Drochtersen/Assel

Gruppe Süd: VfL Wolfsburg II, SV Werder Bremen II, BSV Rehden, VfB Oldenburg, TSV Havelse, Hannover 96 II, SSV Jeddeloh, HSC Hannover, FC Oberneuland, VfV Hildesheim, Atlas Delmenhorst