17. September 2020 / 19:07 Uhr

Nübel über Sané, Neuer, Ex-Klub Schalke und seine Chancen beim FC Bayern: "Geduld gehört dazu"

Nübel über Sané, Neuer, Ex-Klub Schalke und seine Chancen beim FC Bayern: "Geduld gehört dazu"

Christian Müller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Bayern-Torwart Alexander Nübel sprach vor dem Saisonstart über seinen früheren Schalker Teamkollegen Leroy Sané, Manuel Neuer und Ex-Klub Schalke 04.
Bayern-Torwart Alexander Nübel sprach vor dem Saisonstart über seinen früheren Schalker Teamkollegen Leroy Sané, Manuel Neuer und Ex-Klub Schalke 04. © imago images/kolbert-press/Kolbert/Lackovic/Simon (Montage)
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Den Bundesliga-Start gegen seinen Ex-Klub Schalke 04 wird Alexander Nübel wohl bestenfalls auf der Bank des FC Bayern München verfolgen. Dennoch hofft er auf möglichst viel Einsatzzeit beim FCB - und er hat bei Teamkollege Leroy Sané eine Entwicklung registriert.

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Der Transfer von Torwart Alexander Nübel vom FC Schalke 04 zum FC Bayern München hat in der vergangenen Saison für viel Wirbel gesorgt. Schließlich tauscht der 23-Jährige seinen Stammplatz bei S04, wo er zwischenzeitlich sogar Kapitän war, in München gegen die Position des Vertreters von Manuel Neuer ein. So wird er das Bundesliga-Auftaktspiel zwischen seinem neuen und seinem alten Klub an diesem Freitag (20.30 Uhr, ZDF und DAZN) wohl nur von der Bank oder von der Tribüne aus verfolgen können. Und doch ist seine Personalie im Vorfeld eine der Geschichten dieses Aufeinandertreffens - auch deswegen, weil er beim FCB wieder mit Leroy Sané vereint ist.

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Nübel über Sanés Reifeprozess in der Premier League

Der Königstransfer der Bayern, die Sané im Sommer nach zähem Ringen für kolportierte 45 Millionen Euro Ablösesumme von Manchester City verpflichtet hatten, spielte vor seinem Wechsel in die Premier League eine Saison mit Nübel zusammen, nachdem dieser als junger Keeper vom SC Paderborn nach Gelsenkirchen transferiert worden war. Vier Jahre nach Sanés Abgang aus dem Ruhrgebiet treffen er und Nübel nun in München erneut aufeinander. "Leroy hat selbst gesagt, dass er vom Charakter her in England sehr gereift ist. Das merkst du hier", sagte Nübel am Donnerstag in einer Videorunde mit Journalisten: "Vom Trainingseifer, von der Intensität, die er hier jeden Tag an den Tag legt - das war damals in Schalke noch nicht so, ist vielleicht auch dem Alter geschuldet." Menschlich sei Sané jedoch ähnlich geblieben, ruhig und gelassen.

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Wird vom Nationalspieler bei den Bayern auf Anhieb eine tragende Rolle erwartet, soll und muss Nübel sich hinter Neuer jedoch erst einmal im zweiten Glied einreihen. Denn eine Entscheidung, ob der ablösefrei von den Königsblauen verpflichtete Schlussmann als Nummer zwei auf der Bank als Nummer drei hinter dem bisherigen Neuer-Ersatz Sven Ulreich auf der Tribüne Platz nehmen muss, war laut Trainer Hansi Flick kurz vor dem Liga-Start noch nicht gefallen. Klar ist jedenfalls, dass Nübel auf seine Chance warten muss. "Geduld gehört dazu, als Torwart mehr als als Feldspieler. Da wirst du nicht mal eben für die letzten zehn oder 20 Minuten reingeworfen", sagte der gebürtige Paderborner.

Nübel Lehrling oder Herausforderer von Manuel Neuer?

Für Nübel steht daher vorerst im Vordergrund, vom erfahrenen Neuer zu lernen. "Er macht alles sehr spielerisch, ist aber trotzdem immer auf den Punkt da, wenn es in den Aktionen darauf ankommt. Er hilft mir viel dabei, wie ich zu stehen habe, ob man mehr vorschieben oder mehr bleiben sollte. Solche Tipps sind sehr hilfreich, um sich weiterzuentwickeln", verdeutlichte Nübel auf SPORTBUZZER-Nachfrage. Gleichwohl sieht er sich nicht nur als Neuers Lehrling, sondern auch als Herausforderer. "Ich weiß schon, was ich kann. Nicht ohne Grund hat der FC Bayern mich geholt", unterstreicht er: "Trotzdem habe ich noch einiges zu lernen, bin noch jung, habe noch nicht so viele Bundesliga-Einsätze hinter mir (46, Anm. d. Red.). Ich möchte der bestmögliche Herausforderer sein, damit die Trainingsqualität immer hoch ist."

Auch wenn er am Freitag ziemlich sicher nicht selbst auf dem Platz stehen wird, ist für Nübel in der Begegnung mit seinem ehemaligen Verein doch ein wenig Wehmut dabei. "Ich war fünf Jahre auf Schalke, das ist keine kurze Zeit. Ich habe dort viel erlebt, meine ersten Profispiele bekommen", erinnerte er sich. Den Blau-Weißen, die durch eine Serie von 16 sieglosen Punktspielen und die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie sportlich wie wirtschaftlich unter Druck geraten sind, wünscht er vor allem Ruhe. "Ich hoffe, dass jetzt mal über Monate oder Jahre gearbeitet werden kann und Konstanz reinkommt. Nur so kannst du erfolgreich Fußball spielen. Das war in der Zeit, als ich dort war, nicht der Fall", verwies Nübel auf mehrfache Trainerwechsel. Das sei "für das ganze Umfeld und die Mannschaft immer schwierig", ergänzte er.