18. Juli 2019 / 19:27 Uhr

200 Einsätze für Dynamo Dresden: Jannik Müller sieht sich reif für mehr Verantwortung

200 Einsätze für Dynamo Dresden: Jannik Müller sieht sich reif für mehr Verantwortung

DNN
Dresdner Neueste Nachrichten
Jannik Müller sammelte in fünf Jahren mit Dynamo viele Erfahrungen. Nun schlägt er bei der SGD das nächste Kapitel auf.
Jannik Müller sammelte in fünf Jahren mit Dynamo viele Erfahrungen. Nun schlägt er bei der SGD das nächste Kapitel auf. © Stefan Schramm
Anzeige

Der Innenverteidiger war 2014 von der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln nach Dresden gekommen. Er hatte bis 2015 sogar mit seinem aktuellen Trainer Cristian Fiel zusammen für Dynamo gespielt.

Anzeige

Dresden. Drittliga-Meisterschaft und Zweitliga-Aufstieg, Höhenluft in der Tabelle und Abstiegssorgen – nach fünf Jahren bei Dynamo Dresden könnte Jannik Müller sicher so langsam ein Buch schreiben. Das Testspiel am Dienstagabend gegen Paris Saint-Germain war schon sein 200. Einsatz für die SGD, teilte der Verein mit. Bei den Schwarz-Gelben fühlt sich der 25-Jährige jedenfalls längst heimisch.

Anzeige

„Man ist am Tag mindestens vier Stunden in der Kabine und sieht die Jungs. Das ist schon wie ein zweites Zuhause. Wenn man doppelt trainiert, ist man teilweise acht bis zehn Stunden dort“, erzählt der gebürtige Adenauer, der 2014 als vielversprechendes 20-jähriges Talent von der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln aus der Regionalliga an die Elbe gewechselt war. Mit den Mannschaftskameraden gebe es immer viel zu erleben und besprechen, so Müller: „Da muss man sehen, dass man es nicht zu ernst oder zu locker nimmt, sondern immer einen Mittelweg findet. Da gilt es jetzt für die Spieler, die länger im Verein sind, das ein bisschen zu lenken.“

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Testspiel von Dynamo Dresden gegen Paris Saint-Germain

Dynamo Dresden verliert das Testspiel gegen Paris Saint-Germain mit 1:6. Zur Galerie
Dynamo Dresden verliert das Testspiel gegen Paris Saint-Germain mit 1:6. ©

Jannik Müller gehört zu genau diesen Spielern, ist neben Marco Hartmann, Niklas Kreuzer und Patrick Wiegers einer der dienstältesten Akteure und spielte bis 2015 sogar noch mit seinem nunmehrigen Trainer Cristian Fiel zusammen für Dynamo. Genau der übertrug ihm gegen Ende der letzten Spielzeit eine besondere Verantwortung: Als Kapitän führte der Innenverteidiger, der seit Januar dem Dresdner Mannschaftsrat angehört, seine Elf gegen Erzgebirge Aue und gegen Paderborn aufs Feld. Mit der Spielführerrolle hätte er kein Problem: „Wenn der Trainer mich fragt, würde ich es auf jeden Fall machen.“

Müller ist variabel

Gemeinsam mit Niklas Kreuzer will er jedenfalls ein neues Kapitel bei Dynamo aufschlagen und mehr Verantwortung übernehmen. Denn schließlich bleibt das Duo in Dresden. Müller verlängerte erst im Mai, kurz nach dem Erreichen des Zweitliga-Klassenerhalts und dem Saisonende, seinen Vertrag bis 2021. In der Abwehr der SGD hat er sich als feste Größe etabliert. Der Rechte in der Dreierkette sei auch seine Lieblingsposition – „minimal vor dem Zentralen“. Prinzipiell sei er da, wie von „Fielo“ gefordert, variabel.


Mehr zu Dynamo Dresden

Auch der Ansatz des Trainers, die Bälle nicht vorzubolzen, sondern sich beim Torwart beginnend nach vorn zu kombinieren, liege ihm. Bereits unter dem früheren Chefcoach Uwe Neuhaus habe man teilweise so agiert, jetzt sei es aber noch extremer, so dass man sich als Innenverteidiger sogar mal im Mittelfeld blicken lassen soll. „Ich finde gut, dass wir so spielen“, sagt Müller, der beim 2:1-Sieg im Trainingslager in Österreich gegen Drittligist Unterhaching 90 Minuten spielte und sich freute, dass Fiels Spielidee von Erfolg gekrönt war: „Wir haben die Hachinger rausgezogen, zweimal durch Tiefenbälle den Haris (Duljevic, d. Red.) ins Dribbling bekommen und er hat seine Klasse ausgespielt und die Tore gemacht.“

Defensive muss Fehler abstellen

Hoch pressende Gegner wie die Oberbayern könne man mit der gelungenen Spieleröffnung im eigenen Strafraum und einem anschließenden schnellen Spiel nach vorn ins offene Messer laufen lassen. In die Karten spielt dabei natürlich auch die neue Abstoßregel, wonach die Abwehrspieler den vom Torwart gespielten Ball im Sechzehner annehmen dürfen, gegnerische Stürmer aber erst einmal draußen bleiben müssen. Nur gegen tiefer stehende Truppen, die dort noch gar nicht angreifen, könne man mit der neu eingeübten Spielweise keine Punkte machen. Abstellen muss die Dresdner Defensive dabei ihre noch hohe Fehlerzahl, die Jannik Müller nur schwer akzeptieren kann, doch er ist zuversichtlich: „Das wird in den nächsten Wochen auf jeden Fall besser, weil die Frische dazukommt, nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf“, erhofft er mehr Routine.

DURCHKLICKEN: Das sind Dynamos Zu- und Abgänge

Der Kader der SG Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Neuverpflichtungen zur Saison 2019/20 stehen bereits fest. Zur Galerie
Der Kader der SG Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Neuverpflichtungen zur Saison 2019/20 stehen bereits fest. ©

Die richtigen Voraussetzungen seien bis vor einer Woche im arbeitsintensiven, aber stimmungsvollen Vorbereitungscamp in Österreich geschaffen worden: „Man hat im Trainingslager gesehen, dass wir von hinten raus sehr mutig spielen wollen, ein hohes Risiko eingehen.“ Nun gehe es darum, mehr Wert auf die Details zu legen und zu „versuchen, öfter die richtige Entscheidung zu treffen“, wie es Müller ausdrückt. Denn wenn man als Verteidiger beim Spielaufbau den Ball im Eins gegen Eins an einen Stürmer verliere, werde es schnell brenzlig. Und solche Kapitel möchte Jannik Müller seinem Werdegang bei Dynamo nur ungern hinzufügen.

Von Caroline Grossmann und Stefan Schramm